Bombenanschläge in Indien: Mindestens
20 Todesopfer und zahlreiche Verletzte

Explosionen in Zug, Hindu-Tempel und am Bahnhof Polizei findet weitere scharfe Sprengsätze in Benares

Bei drei Bombenanschlägen in der indischen Hindu-Pilgerstadt Varanasi (Benares) sind am Dienstag mindestens 20 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden. Die Sprengladungen explodierten in einem Hindu-Tempel, einem Bahnhof und einem Eisenbahnwaggon, berichteten Medien aus der den Hindus heiligen Stadt im Bundesstaat Uttar Pradesh. Zu den Terroranschlägen bekannte sich zunächst niemand.

Zum Zeitpunkt des ersten, auf den Sankat Mochan-Tempel verübten Anschlages hatten sich in dem Heiligtum Tausende von Menschen zum abendlichen Gebet versammelt. Augenzeugen berichteten, die Gläubigen hätten in panikartiger Flucht versucht, sich in Sicherheit zu bringen. Die zweite Sprengladung explodierte 15 Minuten später auf einem etwa elf Kilometer von dem Tempel entfernten Bahnhof, unmittelbar gefolgt von einer weiteren Explosion in einem Eisenbahnwaggon im Bahnhof. Varanasi ist jährlich das Ziel von Millionen von Hindu-Pilgern, die rituelle Bäder im Ganges nehmen und dort die Asche ihrer Toten in den Strom streuen.

Der indische Innenminister Shivraj Patil bezeichnete die Terroranschläge als "verzweifelten Versuch", die öffentliche Ordnung zu untergraben. Ministerpräsident Manmohan Singh rief die Bevölkerung zur Ruhe und Besonnenheit auf. Polizei und Sicherheitskräfte in den größeren indischen Städten wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Am 29. Oktober vergangenen Jahres wurden bei einer Anschlagsserie auf zwei Märkte in der indischen Hauptstadt Neu Delhi 61 Menschen getötet und 210 weitere verletzt. Hinter den damaligen Attentaten kurz vor dem Lichterfest der Hindus, Diwali, wurden moslemische Extremisten vermutet.(apa/red)