Bomben und Tote vor ASEAN-Gipfel: Sechs Menschen sterben dabei auf den Philippinen

Zwei Explosionen auf Marktplatz & vor Polizeiposten

Kurz vor dem Beginn eines prestigeträchtigen Gipfeltreffens mit 16 Staats- und Regierungschefs sind auf den Philippinen zwei Bomben explodiert. In General Santos City rund 1000 Kilometer südlich von Manila riss ein Sprengsatz auf einem belebten Markt sechs Menschen in den Tod, darunter einen Zehnjährigen, und verletzte 23. Kurz darauf explodierte an einem Polizeiposten ein zweiter Sprengsatz und verletzte zwei Menschen. Die Behörden gingen nach ersten Angaben von Terroranschlägen aus.

Auf der Insel Cebu etwa auf halbem Weg zwischen Manila und General Santos City soll an diesem Samstag der Gipfel des Verbundes der südostasiatischen Staaten (ASEAN) beginnen. Am Sonntag werden auch die Regierungschefs unter anderem aus China, Indien und Australien erwartet. Das Treffen war im Dezember in letzter Minute verschoben worden, offiziell wegen eines nahenden Taifuns, doch hatten mehrere Regierungen ihre Delegationen vor Terrorgefahren gewarnt. Im Süden der Philippinen kämpfen seit Jahren muslimische Terrorgruppen für einen separaten Staat.

Der erste Sprengsatz in General Santos City detonierte vor einem Lottoschalter. Dort standen Dutzende Menschen Schlange, um ihre Tippscheine abzugeben. Nach Angaben von Polizeidirektor Alfredo Toroctocon entkamen die Täter. Der zweite Sprengsatz explodierte in der nahe gelegenen Stadt Kidapawan City an einer Polizeistation.

Hohe Alarmbereitschaft
Die philippinische Regierung hat die Alarmbereitschaft im ganzen Land wegen des Gipfels erhöht. Sie beteuerte mehrfach, dass die Sicherheit der anreisende Delegationen garantiert sei.

Erst am Dienstag hatte die Armee in einem Gefecht auf der Insel Jolo einen Anführer der mit Al Kaida verbündeten Terrorgruppe Abu Sayyaf getötet. Am Samstag waren fünf Kämpfer der Gruppe und ein mutmaßlicher Anführer der Terrorgruppe Jemaah Islamiyah vor der Insel Tawi-Tawi in einem Boot aufgebracht und getötet worden. Die beiden Gruppen werden für zahlreiche Terroranschläge in Südostasien verantwortlich gemacht, unter anderem auf Bali, wo 2002 mehr als 200 Menschen ums Leben kamen. Die Gipfelteilnehmer wollten unter anderem eine Vereinbarung über eine engere Zusammenarbeit in der Terrorbekämpfung unterzeichnen.

(apa/red)