Bombe vor Gericht in Athen explodiert: Gegend nach Warnruf rechtzeitig evakuiert

Sprengstoff war auf parkendem Motorrad installiert Explosion auch vor griechischer Botschaft in Brasilien

Mitten in Athen ist eine Bombe explodiert. Ein Justizgebäude wurde schwer beschädigt, zahlreiche Autos wurden zerstört. Der Sprengsatz war an einem Motorrad befestigt, das vor dem Verwaltungsgericht der griechischen Hauptstadt geparkt war. Ein anonymer Anrufer hatte Medien etwa 45 Minuten vor der Explosion gewarnt, sodass die Menschen in Sicherheit gebracht werden konnten. In unterschiedlichen Berichten war von einem oder zwei betroffenen Gerichtsgebäuden die Rede. Es gab keine Verletzten. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand.

Die Wucht der Detonation ließ in einem Umkreis von 200 Metern Fensterscheiben bersten. Über dem Anschlagsort im Stadtteil Ambelokipi hing eine dichte Rauchwolke. Ersten Ermittlungen zufolge handelte es sich bei dem verwendeten Sprengstoff um Anfo, das in der Vergangenheit von griechischen Terrororganisationen verwendet wurde, wie die Polizei mitteilte.

Anonymer Anrufer warnte
Die Regierung verurteilte den Anschlag. "Die Bomben machen der Demokratie keine Angst", sagte Justizminister Haris Kastanidis im Fernsehen nach einem Besuch des Tatorts. Der anonyme Anrufer hatte bei seiner Warnung genaue Angaben über das Motorrad und dessen Kennzeichen gemacht. So konnte die Polizei rechtzeitig den Tatort räumen.

Nach Angaben eines Augenzeugen hatten zwei Männer, die Polizeiuniformen trugen und bewaffnet waren, das Motorrad zwei Stunden vor der Explosion beim Gericht geparkt. In der Nähe des Gebäudes in dem dicht bewohnten Stadtteil befinden sich eine U-Bahn-Station, ein Krankenhaus und ein Altersheim. "Die Explosion war wie ein Erdbeben. Ein tiefes Dröhnen, und dann wackelte unser Haus", sagte der Anrainer Theodoros Ioannidis.

Verdacht fiel auf anarchistische Gruppe
Ein Bekenntnis zu dem Anschlag lag zunächst nicht vor. Der Verdacht fiel jedoch auf anarchistische Gruppen. So stehen ab 17. Jänner mindestens zwölf Mitglieder der Gruppe "Verschwörung der Zellen des Feuers" in Griechenland vor Gericht. Die Organisation hat sich zu mehreren Paketbombenanschlägen auf Botschaften in Athen im November bekannt. In der vergangenen Woche wurden ähnliche Anschläge in Italien verübt.

Explosion auch vor Botschaft in Buenos Aires
Vor der griechischen Botschaft in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires detonierte unterdessen ebenfalls ein kleiner Sprengsatz. Nach Angaben des Außenministeriums in Athen wurde niemand verletzt. Es entstand geringer Sachschaden. In der Botschaft habe sich zum Zeitpunkt der Detonation niemand aufgehalten, sagte Außenamtssprecher Grigoris Delavekouras.

(apa/red)