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So macht Boko Haram
Mädchen zu Mördern

Terrorgruppe setzt immer öfter Mädchen als Selbstmordattentäter ein

Mädchen in der Burka © Bild: iStockphoto.com

Boko Haram zwingt Mädchen und junge Frauen zu Selbstmordattentaten. Sie werden selten verdächtigt, sind manipulierbar und können unter langen Gewändern Sprengstoffgürtel verstecken. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef sieht in ihnen an erster Stelle Opfer, nicht Täter.

Zwei Mädchen betreten ein Flüchtlingslager in der Stadt Dikwa im Norden Nigerias. Sie geben vor, auf der Flucht vor der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram zu sein. Mit Hunderten anderen stellen sie sich bei der Essensausgabe an. Niemand merkt, dass sie unter ihren traditionellen Gewändern Sprengstoffgürtel tragen. Die Selbstmordattentäterinnen reißen am Mittwoch 65 Menschen mit in den Tod.

Im Nachbarstaat Yobe zündet eine Zehnjährige ihren Sprengstoffgürtel auf einem belebten Markt in der Stadt Damaturu. Mindestens 19 Menschen sterben, fast 50 andere werden verletzt. Weiter westlich, in der Stadt Kano, sprengen sich zwei junge Attentäterinnen inmitten einer Menschenmasse in die Luft. Auch hier fällt die Bilanz mit 15 Toten und etwa 100 Verletzten verheerend aus.

Immer mehr Mädchen eingesetzt

Das sind nur einige Beispiele aus den vergangenen Monaten. Und all diese Anschläge sind sowohl Teil einer menschenverachtenden Strategie als auch einer Besorgnis erregenden Entwicklung: Immer mehr Mädchen werden von den sunnitischen Fundamentalisten als Selbstmordattentäterinnen eingesetzt. Sie werden - meistens gegen ihren Willen - mit Sprengstoffgürteln ausgestattet und dazu gezwungen, diese an belebten Orten wie Märkten, Busbahnhöfen oder Moscheen zu zünden.

"Kinder sind nicht die Anstifter dieser Anschläge. Sie werden von Erwachsenen vorsätzlich und auf grausamste Weise benutzt", sagt Jean Gough, die Leiterin des UN-Kinderhilfswerks UNICEF in Nigeria. Die jungen Attentäter seien an erster Stelle Opfer, nicht Täter.

Sprengstoffgürtel unter Burka versteckt

Mädchen werden von Boko Haram gezielt eingesetzt, weil sie weniger verdächtig wirken und unter ihrem langen, muslimischen Gewand - der Burka - Sprengstoffgürtel verstecken können. Männliche Sicherheitskräfte dürfen Frauen in der stark religiös geprägten Region keinen Körperkontrollen unterziehen. Auch lösen junge, weibliche Täterinnen größere Empörung aus und bekommen mehr Aufmerksamkeit, vor allem in internationalen Medien. Darauf würden Terrorgruppen wie Boko Haram abzielen, sagen Experten.

Nigerias Regierung scheint machtlos. Nachdem der ehemalige Präsident Goodluck Jonathan die Terroranschläge während seiner Amtszeit (2010-2015) nicht in den Griff bekommen hatte, gewann sein Herausforderer Muhammadu Buhari die Wahl im vergangenen April unter anderem mit dem Versprechen, die Boko Haram zu stoppen. Zwar konnte das Militär zahlreiche besetzte Dörfer und Gebiete zurückerobern, doch der Terror geht weiter. Die Gruppe, die einen "Gottesstaat" mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia, errichten will, zog sich in ihre Lager in schwer zugänglichen Wäldern und Höhlen zurück. Von dort aus verübt sie weiter blutige Anschläge in Nigeria sowie angrenzenden Gebieten der Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger.

2.000 Frauen und Mädchen in den Klauen des Terrors

Im März leistete die Boko Haram der Terrormiliz IS (Daesh) einen Treuschwur und firmiert seither als deren westafrikanischer Ableger. Seit 2009 sollen den sunnitischen Fundamentalisten dort mehr als 14.000 Menschen zum Opfer gefallen sein. Rund 2,5 Millionen Menschen sind vor ihrer Gewalt geflohen.

Allein im Nordosten Nigerias sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef knapp 750.000 Kinder durch den Terror vertrieben worden. Tausende Mädchen und Buben seien von ihren Eltern getrennt worden. Ohne den Schutz einer Familie würden die Kinder leicht zu Opfern von Ausbeutung und Indoktrination, erläutert Unicef. Amnesty International zufolge sind mindestens 2.000 Frauen und Mädchen in die Gefangenschaft der Islamisten geraten.

Widerstand wird mit dem Tod bestraft

Wie aus Interviews der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mit geflohenen Mädchen und Frauen hervorgeht, bedroht die Boko Haram Entführungsopfer systematisch mit sexueller Gewalt, Körperverletzung oder sogar Mord, wenn sie sich den Terroristen widersetzen.

Eine 13-jährige Selbstmordattentäterin, die es nicht über sich brachte, ihren Sprengstoffgürtel in der Stadt Kano zu zünden und daraufhin festgenommen wurde, berichtete im örtlichen Fernsehen, sie sei von ihrem Vater, einem Mitglied der Terrorgruppe, zu der Tat gezwungen worden. Sie habe große Angst gehabt, nachdem ein Mädchen, das Widerstand geleistet hatte, vor ihren Augen gesteinigt worden sei.

Entführte Mädchen zu Attentaten gezwungen?

"Es ist völlig klar, dass die Mädchen von denen, die an der Macht sind, gezwungen werden", erklärt HRW-Forscherin Mausi Segun in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. Sie beobachte diesen Trend bereits seit Mitte 2014.

Einige Experten gehen davon aus, dass sich unter den Selbstmordattentäterinnen einige jener 276 Schulmädchen befinden, die im April 2014 von der Boko Haram aus der Stadt Chibok entführt wurden. "Es ist sehr wahrscheinlich", sagt Bukola Shonibare von der Kampagne "Bring Back Our Girls", die fast zwei Jahre nach der Tat noch immer für die Rückkehr der Mädchen kämpft. "Wir haben keine Beweise, doch Informationen von einigen geflüchteten Mädchen und Dorfbewohnern in der Nähe von Boko-Haram-Verstecken deuten darauf hin."

Kommentare

Jacuzzi melden

Diese Islamisten sind keine Menschen (mehr). Sie sind auch keine Tiere, denn soetwas würde kein Tier machen. Es gibt derzeit noch keinen Begriff für diese Art von Lebewesen. Tatsache ist jedoch, dass ein Leben mit bzw. neben diesen Lebewesen nicht möglich ist. Wir werden uns zur Wehr setzen müssen, wenn wir überleben wollen. Das ist dann ein entscheidender Kampf für die ganze Welt! Ein Weltkrieg.

neusiedlersee melden

Sie haben recht. Dieser Krieg ist seit langem vorausgesagt. Viele Politiker und Superreich wissen das. Deswegen haben viele von Ihnen Besitz in Südamerika. Europa wird ziemlich sicher mit seiner jetzigen Kultur untergehen. Vollkommen anspruchslose und einem Leben auf niederster Stufe besser Angepasste werden erfolgreich sein. Das ist ein Gesetz der Evolution.




Den Opfern und deren Angehörigen wie den Verstümmelten dieser Mörderinnen ist es egal wer die Anschläge durchgeführt oder sie geplant hat. Sie sind ebenso bedauernswert wie die versklavten Mädchen.
Diese Art der Verkleidung, ein wichtigeTeil der Versklavung, hat in Europa nichts zu suchen. Wir wissen nicht, was derart verkleidete Frauen "darunter" mitgebracht haben. Keine wurde kontrolliert.



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