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Böller-Prozess in Graz muss teilweise wiederholt werden

Urteil bei fünf der acht Angeklagten aufgehoben

Der Prozess um zwei Tote bei einer illegalen Böllerherstellung muss teilweise wiederholt werden. Vor einem Jahr sind acht Angeklagte wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung verurteilt worden, in fünf Fällen wurde das Urteil aufgehoben. Unter anderem muss der Auftraggeber, der zu acht Jahren Haft verurteilt worden war, erneut erscheinen, hieß es auf APA-Anfrage seitens des Grazer Straflandesgerichts.

Die Explosion hatte sich im November 2014 in Kapfenstein (Bezirk Südoststeiermark) ereignet. Zwei Brüder waren mit der illegalen Produktion von Knallkörpern beschäftigt, als das Gemisch in die Luft flog. Der eine Bruder sowie der Vater der beiden war sofort tot, das Gebäude wurde verwüstet.

Im November 2016 begann der Prozess, bei dem sich acht Beschuldigte in erster Linie wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung verantworten mussten. Als Hauptschuldiger wurde der Chef einer Pyrotechnik-Firma angesehen, der die illegale Produktion von Sprengkörpern in Auftrag gegeben haben soll.

Ein Urteil gab es am 12. Jänner 2017, nun muss ein Jahr später, am 31. Jänner, das Verfahren neu durchgeführt werden. Dabei geht es in erster Linie um Sachverständigenfragen bezüglich der besonderen Gefährlichkeit. Für den ersten Verhandlungstag ist die erneute Einvernahme der Beschuldigten geplant, weitere Prozesstage wurden vorerst noch nicht festgesetzt, da möglicherweise noch Ergänzungen zum Gutachten benötigt werden.

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