Bode Miller siegt und holt Kombi-Weltcup:
Zwei Kroaten schaffen Sprung auf Stockerl

Mit 30. Weltcupsieg Kombinations-Weltcupsieger Kostelic und Zrncic-Dim auf Plätzen zwei und drei

Bode Miller siegt und holt Kombi-Weltcup:
Zwei Kroaten schaffen Sprung auf Stockerl © Bild: Reuters/Lauener

Der US-Amerikaner Bode Miller hat mit dem Sieg in der Super-Kombination in Val d'Isere die erste kleine Kristallkugel in diesem Winter ins Trockene gebracht. Auf den Plätzen im Tagesrennen landeten die Kroaten Ivica Kostelic (+0,38 Sek.) und sensationell Natko Zrncic-Dim (0,99), Rainer Schönfelder wurde Vierter (1,09), Benjamin Raich Sechster (1,29). Für Miller war es die vierte kleine Kugel nach jener für den Riesentorlauf 2004 sowie den Super-G 2005 und 2007. Im Gesamtweltcup, den er 2005 bereits einmal für sich entschied, baute er den Vorsprung auf Raich auf 122 Punkte aus.

Es war zugleich der 30. Weltcupsieg für den Rennfahrer aus dem Einmannteam, den Grundstein hatte er in der Abfahrt mit einer überlegenen Bestzeit auf der "Face Olympique Bellevarde" gelegt, er war um 1,37 Sekunden schneller als der zweitplatzierte Schweizer Didier Defago. Im Slalom am Nachmittag bei schwierigen Lichtverhältnissen und schlechter Pistenpräparierung gab der Mann aus Franconia nicht mehr alles, wie er gestand: "Ich wollte den Sieg heimbringen. Ich habe mir schon beim Einfahren gedacht, dass bei dem Schnee im Slalom eine hohe Nummer nicht ideal ist. Hätte ich voll attackiert, wäre ich ausgeschieden."

Die Kugel macht Bode Miller Freude wie "jeder andere Titel" auch. Für viele zähle sie nicht so viel, doch die Kombination werde seiner Meinung nach immer wichtiger und bekomme mehr Bedeutung, weil gute Leute nachkämen wie Kostelic und Grange. Der Franzose war auch der einzige noch verbliebene Konkurrent von Miller um den Disziplinen-Weltcup gewesen, er schied allerdings im Slalom aus.

ÖSV in Abfahrt schwach
Die Österreicher vergaben Sieg und Podestränge bereits auf der Abfahrt. "Ja, es war weniger die Slalompiste als die Abfahrt. Die Rechtskurve vor der Traverse ist keiner gut gefahren", analysierte Cheftrainer Toni Giger. Mario Scheiber - im Endklassement noch Zehnter (+1,79) - hatte 2,19 Sekunden Rückstand, Rainer Schönfelder 2,30, Benjamin Raich 2,98, Romed Baumann 3,42 (Gesamt-25./4,06) und Hannes Reichelt 3,99 (33./5,54). Mario Matt war erkrankt und hatte nach der Inspektion w.o. gegeben.

In bester Ausgangsposition befand sich also der Kärntner Schönfelder, der zuletzt in Kitzbühel und Chamonix jeweils Dritter geworden war. "Mittlerweile komme ich hier gut zurecht, ein Stockerlplatz ist absolut möglich", sagte er nach dem Speedrennen. Am Ende verpasste er diesen um ein Zehntel und wurde Vierter. Was blieb, war der Ärger über die Präparierung der Slalompiste. "So werden nicht einmal FIS-Rennen ausgetragen, so fährt man Schülerrennen. Die Einfahrpiste war super, ich verstehe nicht, warum sie die Rennpiste nicht hinbekommen. Das haben wir jetzt schon in Schladming gehabt, da muss man sich die Frage stellen, ob da Experten am Werk sind." Auch Raich verbarg seine Verwunderung nicht. "Sehr unüblich, die sind da nur mit der Walze drübergefahren, das ist nicht ganz optimal."

Giger nahm den Veranstalter ein wenig in Schutz: "Es war schwierig bei den Verhältnissen mit dem vielen Neuschnee. Sie haben das Beste draus gemacht, sie waren sicher auch mit den Arbeitskräften am Limit." Mehr als die Hälfte des Slalomkurses befand sich auf der Abfahrtspiste, eine Verlegung des Kurses - das Gelände erlaubt dies - wäre eine mögliche Lösung gewesen.

Endstand:
1. Bode Miller USA 2:18,45 Min. 1:33,88 44,57
2. Ivica Kostelic CRO 2:18,83 +0,38 Sek. 1:36,14 42,69
3. Natko Zrncic-Dim CRO 2:19,44 +0,99 1:36,06 43,38
4. Rainer Schönfelder AUT 2:19,54 +1,09 1:36,18 43,36
5. Ales Gorza SLO 2:19,63 +1,18 1:35,97 43,66
6. Benjamin Raich AUT 2:19,74 +1,29 1:36,86 42,88
7. Daniel Albrecht SUI 2:19,78 +1,33 1:35,61 44,17
8. Carlo Janka SUI 2:19,81 +1,36 1:35,98 43,83
9. Julien Lizeroux FRA 2:20,19 +1,74 1:37,29 42,90
10. Mario Scheiber AUT 2:20,24 +1,79 1:36,07 44,17
11. Marc Berthod SUI 2:20,26 +1,81 1:36,85 43,41
12. Didier Defago SUI 2:20,40 +1,95 1:35,25 45,15
13. Florian Eisath ITA 2:20,90 +2,45 1:36,12 44,78
14. Peter Fill ITA 2:21,07 +2,62 1:35,99 45,08
15. Alexander Horoschilow RUS 2:21,24 +2,79 1:37,03 44,21
16. Matteo Marsaglia ITA 2:21,33 +2,88 1:36,90 44,43
17. Andrej Jerman SLO 2:21,35 +2,90 1:36,57 44,78
18. Christof Innerhofer ITA 2:21,49 +3,04 1:36,85 44,64
19. Pierre Paquin FRA 2:21,53 +3,08 1:37,58 43,95
20. Michael Gufler ITA 2:21,64 +3,19 1:37,20 44,44
21. Werner Heel ITA 2:21,81 +3,36 1:36,50 45,31
22. Ted Ligety USA 2:21,86 +3,41 1:37,80 44,06
23. Krystof Kryzl CZE 2:22,30 +3,85 1:37,45 44,85
24. Guillermo Fayed FRA 2:22,34 +3,89 1:36,91 45,43
25. Romed Baumann AUT 2:22,51 +4,06 1:37,30 45,21
26. Niklas Rainer SWE 2:22,59 +4,14 1:37,21 45,38
27. Didier Cuche SUI 2:22,63 +4,18 1:36,94 45,69
28. Manfred Mölgg ITA 2:22,91 +4,46 1:38,33 44,58
29. Lars Elton Myhre NOR 2:23,30 +4,85 1:37,58 45,72
30. Filip Trejbal CZE 2:23,37 +4,92 1:38,44 44,93
Weiter:
33. Hannes Reichelt AUT 2:23,99 +5,54 1:37,87 46,12

(apa/red)