Sorgerechtsstreit von

Fans beschimpfen Bode Miller

Ein Skistar, zwei Frauen - und der schmutzige Streit ums Kind.

Bode Miller mit seiner Ehefrau Morgan und seinem Sohn Samuel © Bild: GEPA pictures/Amir Beganovic

Sie wollte Klarheit schaffen. Gerade rücken, was verzweifelt schief hing: das Ansehen ihres Mannes Bode Miller nämlich. Der hatte im August vor Gericht das alleinige Sorgerecht für seinen Sohn Samuel erstritten. So hässlich war das, dass das von ihm in "Nathaniel" zwangsumbenannte Kind und seine Mutter glaubhaft sämtliche Sympathien auf sich vereinigten. Für den Sportsmann blieb da nichts übrig.

Was die Mutter, Millers kurzzeitige Affäre Sara McKenna, während der hart geführten Auseinandersetzung zu Protokoll gab, nahm sich in der Tat haarsträubend aus: Miller habe das jetzt diktatorisch geforderte Kind nie gewollt.

Shitstorm auf Millers Website.

"The honest Truth" - "Die aufrichtige Wahrheit" - nannte nun Millers Ehefrau Morgan jenen Blog, in dem sie am vergangenen Freitag ihre Version öffentlich machte. "Wir haben eineinhalb Jahre lang geschwiegen, um Nathaniels Privatsphäre zu schützen. Nun können wir nicht länger still sein", so Morgan Millers einleitende Worte auf www.morganbeckmiller.com.

Doch die Reaktionen auf das Geschriebene waren derart giftig, dass der Blog nur 48 Stunden später verschwand. Was Sympathien erzeugen hätte sollen, generierte Beschimpfungen und die wiederholte Aufforderung: "Dieses Baby gehört zu seiner Mutter. Bringt es heim!" "Geistesgestörte" und "Narzissten" wären Morgan und Bode Miller. "Wenn Klein-Bode groß ist, wird er euch dafür hassen, was ihr seiner Mutter antut", schrieb Userin Marley.

Bodes "Wahrheit".

Offenbar unbedankt blieb die behauptete Umsicht des Paars: "Bode und ich hatten gehofft, dies nicht öffentlich austragen zu müssen, aber durch Saras Propaganda, Lügen und Manipulation des Systems wird Nathaniels Recht auf beide Eltern aufs Spiel gesetzt." In Folge erzählt Morgan Miller, Bode habe die Affäre mit Sara nach vier Treffen beendet. Sara McKenna wäre ihm daraufhin nach Florida gefolgt. Zwei Tage später lernte der Sportler seine spätere Gattin kennen. Weitere drei Wochen danach tauchte Sara auf seinem Hausboot auf, um ihre Schwangerschaft zu verkünden und seine Rückkehr zu fordern. "Ich weiß noch, wie ich an diesem Abend mit Bode auf dem Sofa saß. Ich versicherte ihm, ich verstünde es, wenn er das Kind mit ihr aufziehen wolle. Ich sagte ihm aber auch, dass ich mit ihm gemeinsam die beste Lösung finde, wenn er das möchte."

Harsche Kritik an der Mutter.

Man habe Frau McKenna jede Unterstützung bei Einkäufen, Arztterminen oder der Einrichtung des Kinderzimmers zugesichert. Erst habe sie freundlich reagiert, dann begonnen aggressive Twitter-Postings zu verfassen: "Eine stille Frau ist gefährlich: Sie ist dabei dich zu zerstören" etwa.

Vorschläge für eine gütliche Lösung und Bitten, sich zu geteiltem Sorgerecht zu bequemen, wären unbeantwortet geblieben. Vielmehr wäre Sara McKenna untergetaucht und habe vier Mal die Telefonnummer geändert. Erst ein Privatdetektiv habe sie in New York gefunden. Bode sei nie über Nathaniels Geburt informiert worden. Bitten, das Kind sehen zu dürfen, seien abgelehnt worden. Dafür wäre der Säugling ab dem Alter von zwei Wochen 40 bis 60 Stunden wöchentlich in Fremdbetreuung gegeben worden. "Nathaniel ist aufgeblüht, seit er bei uns lebt. Wir senden Sara fast täglich Fotos, haben einen Skype-Account eingerichtet, damit sie Nathaniel sehen kann. Sie nutzt ihn nicht und hat noch nie Urlaub genommen, um mehr Zeit mit Nathaniel zu haben, wenn er bei ihr war. (...) Obwohl Sara versucht hat, unser Leben zur Hölle zu machen, glauben wir, dass sie Teil von Nathaniels Leben sein soll. Wir möchten dies nicht weiter vor Gericht austragen und hoffen für das Wohl Nathaniels, dass wir rasch eine Lösung für eine gemeinsame Elternschaft finden."

Es ist zu befürchten, dass es bei der Hoffnung bleibt: Am Tag vor dem Erscheinen dieses Blogs hat ein Gericht in Manhattan das kalifornische Sorgerechts-Urteil zugunsten der Millers aufgehoben. Der Fall wird nun bilateral neu verhandelt.

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