Neuvorstellung von

Ein bisschen Macho,
ein bisschen Softie

Neuvorstellung - Ein bisschen Macho,
ein bisschen Softie © Bild: BMW AG

Der X7 ist das XXXL-SUV von BMW. Er wird in Amerika gebaut und bietet Luxus pur. Eine erste Ausfahrt zeigt, wie er sich auf unseren Straßen schlägt.

Natürlich ist der neue BMW X7 nicht für europäische Straßen und noch weniger für die Innenstädte der Alten Welt ausgelegt. Wie denn auch? Der 5,15-Meter-Riese wird im amerikanischen BMW-Werk in Spartanburg, South Carolina, gebaut und passt auch dort sowie in die gesamten USA perfekt hin. Das war ja auch das Business-Kalkül von BMW für die Produktion eines solchen Übergrößen-SUVs.

Man kann sich aber auch als gelernter heimischer Autofahrer nicht vollends dem rüden Charme des Ami-Lackls entziehen. Der Wagen ist mannshoch, seine Umrundung dauert in etwa so lange wie die eines Atolls auf den Malediven, und die BMW-Niere könnte von den Ausmaßen her als Mega-Flatscreen herhalten. Aber das ist erst der Anfang. Also ein-oder, besser gesagt, aufgestiegen, auf den in Leder ausgeschlagenen Komfortsitzen Platz genommen und umsehen.

© BMW AG

Gut, die Armaturen kennen wir schon aus dem X5, trotzdem freut man sich über die Konnektivität und lacht über die Sprachsteuerung, die uns partout nicht verstehen will. Vielleicht liegt's ja am nicht zu leugnenden Wiener Idiom.

Klar war hingegen den BMW-Strategen, dass so viel Platz sinnvoll ausgenützt werden muss. Deshalb ist der X7 von Haus aus als Siebensitzer ausgelegt worden. Und das macht sich auch bemerkbar. Nicht nur, weil wirklich von jedem Platz aus alles von den Jalousien bis zur (Drei-Zonen-)Klimaanlage elektrisch dirigiert werden kann. Hinten sitzen selbst Großgewachsene äußerst kommod, einzig das Kraxeln in Sitzreihe drei sollte geübt werden - wegen der Haltungsnoten. Noch eine Notiz zur Bestuhlung: Erwähnte Sitze ganz hinten können elektrisch versenkt und aufgestellt werden, und statt der Bank für Reihe zwei sind auch zwei individuell verstellbare Einzelsitze möglich. Wie auch immer, die Beinfreiheit ist hinter Fahrer und Co feudal, die Kopffreiheit ja sowieso.

© BMW AG

Im ersten Moment mag die Überraschung ja groß sein, wenn man das Gaspedal, nicht einmal rüde, durchtritt und der 2,4-Tonnen-Koloss loslegt. Nicht unbedingt wie ein Sportwagen, aber dennoch sehr eindrucksvoll. Andererseits zeichnen satte 400 PS für den Vortrieb des M50d (Motorenpalette siehe Kasten links) verantwortlich, den wir auf heimischen Autobahnen und Bundesstraßen ausprobieren konnten. Schlechten Belag zaubert die Luftfederung (an beiden Achsen) weg, in engen Kurven trumpft die Wankstabilisierung auf, der lange Radstand von 3,10 Meter stört zwar nicht, man merkt ihn aber.

Permanenter Allrad mit variabler Kraftverteilung, im Normalfall hinterradbetont, ist serienmäßig an Bord. Und mittels Luftfahrwerk aufgepumpter maximaler Bodenfreiheit scheut der X7 auch Gelände nicht. Wir aber schon.

Die X7-Motorenpalette

30d: 265 PS. 0-100 in7,0 Sek., Spitze 227 km/h, € 97.550,-
M50d: 400 PS. 0-100 in 5,4 Sek., Spitze 250 km/h, € 126.550,-
40i: 340 PS. 0-100 in 6,1 Sek., Spitze 245 km/h, € 104.150,-
Marktstart: Ende des Monats
Alle Versionen verfügen über einen Sechszylinder-Turbo, Allrad und 8-Gang-Steptronic.
Fazit: Natürlich ist dieses Übergrößen-SUV in unseren Breitengraden so deplatziert wie ein Elefant im Porzellanladen. Aber manchmal macht halt übertreiben sehr viel Spaß