Motor von

Unten rescher, oben fescher

Motor - Unten rescher, oben fescher © Bild: Hersteller

BMW hat den X4 schon nach vier Jahren modernisiert. Das SUV-Coupé bekam eine neue Bodengruppe und, sichtbar, eine elegantere Linie.

Dass BMW vorzugsweise üppig motorisierte und ergo flotte Autos baut, ist bekannt. Dass die Bayern aber auch beim Modellwechsel Gas geben und ihr Erfolgsmodell X4 nach knapp vier Jahren auf den Gebrauchtwagenplatz schieben, ist neu. Das hat, zur Ehrenrettung des X4, nichts mit unzufriedenen Kunden oder enttäuschenden Verkaufszahlen zu tun, sondern mit der Technik. Weil der X3, der etwas weniger stylishe Hochdachbruder des X4, eine neue Bodengruppe vor Halbjahresfrist bekam, wurde natürlich auch das Coupé mit den Plattform-Updates gesegnet. Aber nicht nur damit. Der neue optische Auftritt ist, typisch BMW, vorne erst nach genauer Inspektion an der riesigen Doppelniere und den großen Lufteinlässen erkennbar. Die niedrigere Seitenlinie verleiht einen noch stärkeren Coupé-Auftritt, und beim Heck scheiden sich die Geister. Die einen finden es wegen der schmalen, waagrechten Leuchten und der zweiflutigen Auspuffrohre besonders gelungen - wir sagen, und das ist vielleicht die Höchststrafe (fragt sich nur, für wen), von der Seite Mercedes-like.

© Hersteller

Innen fühlt sich der gelernte BMW-Fahrer sofort zu Hause. Alles sitzt da, wo man es vom Vorgänger oder anderen SUV-Modellen her kennt. Dass das Head-up-Display jetzt die Daten größer auf die Windschutzscheibe spiegelt (aber bei Sonne nicht optimal ablesbar ist), wäre uns gar nicht aufgefallen, stünde es nicht im Katalog. Sehr wohl haben wir bemerkt, dass der Mittelbildschirm eine Etage höher gerutscht ist und jetzt besser im Blickfeld liegt. Dass nicht nur unser Testwagen mit allen erdenklichen und verfügbaren Fahrerassistenzsystemen ausgerüstet ist, versteht sich von selbst. Noch ein Wort zum Sitzkomfort, bevor wir den Startknopf drücken: vorne ausgezeichnet, hinten muss man der Coupé-Bauweise bei Kopf-und Kniefreiheit eben Tribut zollen, dafür kann man wegen der gewachsenen Maße (um acht Zentimeter auf 4,75 Meter) den Fond jetzt halbwegs elegant entern.

© Hersteller

Wir werfen den Zweiliterbenzinmotor unseres Test-X4 an, der sich trotzdem 30i nennt, und geben den 252 Pferden unter der Motorhaube die Sporen. Sofort wird der Gaspedalbefehl in Vortrieb (und in was für einen!) umgesetzt, die acht Gänge von der Automatik perfekt dirigiert, und dann kommt auch schon die erste Kurve. Kein Problem für unseren X4 dank der direkten Lenkung und des serienmäßigen Allradantriebs an Bord, der leicht hecklastig ausgelegt ist. Dass das Sportfahrwerk aus dem X4 halt keine Sänfte macht, versteht sich von selbst. Und dass der Zweiliterbenzinmotor mit vier Zylindern so gar nicht nach rassigem SUV klingt, leider auch.

Daten

BMW X4 xDrive30i

Preis: ab € 64.000,-
Motor: 4 Zylinder, Turbobenziner, 1.998 ccm
Leistung: 252 PS (185 kW)
Spitze: 240 km/h
0-100: 6,3 Sek.
Verbrauch: 8,9 l/100 km
Emission: 206 g CO2/km
Fazit: Man kann den X4 mit allem, was die Extras-Liste hergibt, aufrüsten. Dann verteuert sich der Preis um fast 30.000 Euro