'Blutsbrüder Falco' - Der Geburtstagsgipfel: Vier enge Freunde gedenken dem Popstar

NEWS: Wie er lebte, wie er starb, was von ihm blieb Thomas Rabitsch & Co schwelgen in Erinnerungen!

'Blutsbrüder Falco' - Der Geburtstagsgipfel: Vier enge Freunde gedenken dem Popstar

Ein paar gibt es noch, denen er so gegenwärtig ist, als wäre er erst gestern zu Tode gekommen. Das sind die Menschen, die das Phänomen Falco frühdiagnostiziert, zum Blühen gebracht und loyal begleitet haben. Wickerl Adam, Chef der Hallucination Company, entdeckte ihn Mitte der Siebzigerjahre in der Mödlinger Fußgängerzone und brachte ihn zu Stefan Weber, Frontmann der Anarchocombo Drahdiwaberl. So begann alles. Mit dem Bandkollegen Thomas Rabitsch verband Falco auch enge persönliche Freundschaft.

Sie alle und viele andere treten zu Falcos Fünfziger am 21. und 22. Februar in der Disco U4 auf. Organisiert wird der Top-Event von Falcos Haberer, dem berühmten Türsteher Conny de Beauclair, und Franz Sauer.

Adam, Weber, Rabitsch, de Beauclair: ein selbst schon legendenumwobenes Quartett, das sich für NEWS zum Gespräch fand - über Drogen, Selbstzerstörung, frühes Ende und Fortdauer. Schauplatz war das U4, in dem er mehr zuhause war als in manchem seiner Eigenheime.

NEWS: Wie haben Sie von Falcos Tod erfahren, und wie sind Sie damit umgegangen?

Rabitsch: Ich wurde in der Früh angerufen, und jemand hat zu mir gesagt: "Der Hans ist tot." Da ich noch halb geschlafen habe, wusste ich zuerst nicht, wer gemeint war. Als mir gesagt wurde, der Falco, bin ich noch eine Zeit paralysiert im Bett liegen geblieben.

Weber: Bei mir war's ähnlich, ich hab es aus den Nachrichten erfahren, da hat's mich schon geschockt. Und gleich drauf haben die Journalisten angerufen und wollten Interviews.

Adam: Ich hab's auch am Telefon erfahren, und mein erster Gedanke war: der Nächste. Schon etliche Freunde haben in den letzten Jahren das Feld verlassen, und man spürt eine tiefe Trauer im Herzen. Jetzt sitzt er im Rock'n'Roll-Himmel, das ist ein toller Abschied für einen Sänger.

De Beauclair: Ich hab es nach dem U4 in der Früh im Radio gehört und war fertig mit der Welt. Ich wollte es nicht glauben, das war so wie bei der Prinzessin Diana.

Rabitsch: Für mich war es ein Abschied von meiner Jugend. Ich habe mir gedacht, ich werde nie wieder diese geilen Nummern mit ihm als Frontmann spielen können. Ich musste mich von der Zeit verabschieden. Ich habe geheult wie ein Schlosshund, ich musste mich sogar vor meinen Kindern verstecken.

NEWS: Was halten Sie von der Selbstmordtheorie und davon, dass "Out of the Dark" sein Abschiedslied war?

Rabitsch: Daran glaub ich überhaupt nicht. Der Hans war immer ein ängstlicher Mensch, besonders in Bezug aufs Sterben. Dass er sich selber hamdraht hat, bezweifle ich schwer. Dazu war er viel zu feig.

Adam: Für mich ist das Schwachsinn. Das wurde von irgendwelchen Leuten, die sich wichtig machen wollen, in die Welt gesetzt. Es gab ein letztes Telefonat und ein Fax an Dolezal & Rossacher, und in beiden ging es nur um leben, leben, leben.

NEWS: Was war der Unterschied zwischen dem Menschen Hans Hölzel und dem Superstar Falco?

Rabitsch: Er hat von Anfang an sein Image gepflegt, und das war das des Einzelgängers, des arroganten, versierten Typen. In dem Moment, wo er gemerkt hat, dass er in der Öffentlichkeit ist, hat er diese Rolle gespielt. Die Rolle konnte er am Anfang nur schwer ablegen, später trennte er das sehr konsequent.

Weber: Er hatte einfach zwei Persönlichkeiten. Das war reiner Selbstschutz, diese Arroganz. Er konnte ja nirgends hingehen, ohne dass die Leute ihm nachgelaufen sind und Falco geschrien haben.

Adam: Er war ein von sich selbst sehr überzeugter Mensch, aber da er ja nicht dumm war, auch ein Zweifler. Ich hatte viele Gespräche mit ihm, in denen es um Schwächen ging. Manchmal hat sich die Kunstfigur Falco mit dem Hans vermischt. Er war aber auch ein sehr sensibler, feinsinniger Mensch.

NEWS: Was sagen Sie zu Falcos Tochter, die anscheinend mit Unwahrheiten an die Öffentlichkeit geht?

Adam: Ich sehe das schlicht und einfach so: Die will an dem Kuchen mitschneiden, da geht es nur ums Geld. Andererseits weiß man ja nicht, was ihr die Mutter alles erzählt hat.

De Beauclair: Also ich könnte mir vorstellen, dass sie die Sachen, die sie erzählt, auch wirklich glaubt.

Die ganze Story finden Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!

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