Blutreinigung kann Alzheimer behandeln: Neues Patent von Affiris geht neue Wege

Reinigung verringert die Eiweisablagerungen im Hirn Neben den Impfungen ist dies ein alternativer Ansatz

Blutreinigung kann Alzheimer behandeln: Neues Patent von Affiris geht neue Wege © Bild: APA/Harald Schneider

Die Affiris GmbH hat erneut ein europaweites Patentauf eine innovative Methode zur Behandlung von Alzheimer erhalten. Dabei handelt es sich um eine Blutreinigung, die eine Reduktion der schädlichen Eiweißablagerungen im Hirn bewirken soll. Grundlage auch dieser Methode ist die von Affiris etablierte AFFITOME-Technologie. Diese wurde bereits im Oktober 2007 für eine Alzheimer-Impfung patentiert.

Die Affiris GmbH mit Sitz in Wien gab heute bekannt, dass dem Unternehmen ein europaweites Patent auf eine neue Methode zur Reduktion schädlicher Eiweißablagerungen im Hirn von Alzheimer-Patienten erteilt wurde. Zentraler Aspekt der Methode ist eine Blutreinigung. Diese ermöglicht die spezifische Entfernung jener Proteine, die zu Ablagerungen im Hirn und damit zur Erkrankung führen.

Alternativer Ansatz der Behandlung
Dr. Walter Schmidt, Geschäftsführer der Affiris GmbH, über die Bedeutung des Patents: "Affiris hat bereits einen patentierten Impfstoff gegen Alzheimerin der klinischen Erprobung und ein zweiter wird im Laufe dieses Jahres folgen. Unsere Apherese ist ein alternativer Ansatz zur Behandlung von Alzheimer, der unsere Impfstrategie sinnvoll komplementiert. Damit ist unser Geschäftsplan für diese Indikation sehr gut erfüllt und wir werden das Potenzial der AFFITOME-Technologie nun für die Entwicklung weiterer Therapien nutzen."

Bei dem jetzt patentierten Verfahren werden Rezeptor-Moleküle auf einem Trägermaterial fixiert und binden das beta-Amyloid, das zu den als Plaques bezeichneten Ablagerungen in den Hirnen von Alzheimer-Patienten führt. Die fixierten Rezeptor-Moleküle von Affiris, welche die Reduzierung des im Blut vorkommenden beta-Amyloids erlauben, können im Rahmen einer Blutwäsche eingesetzt werden.

Wissenschaftlich solide
Der auf den ersten Blick nicht ganz nahe liegende Ansatz, durch eine Blutwäsche therapeutische Effekte im Gehirn auszulösen, ist wissenschaftlich solide belegt. Dieser Ansatz funktioniert folgendermaßen, wie Dr. Schmidt erläutert: "Die beta-Amyloidmoleküle, die zur Plaquebildung führen, können über die Blut-Hirnschranke aus dem Hirn abtransportiert werden. So steht ihre Konzentration im Hirn in einem Fließgleichgewicht mit der Konzentration im Blut. Reduziert man also die beta-Amyloid-Konzentration im Blut - ­wie wir es mit unserer Apherese tun -­ dann wird soviel beta-Amyloid aus dem Hirn ins Blut nachgeliefert, bis die Konzentration wieder ausgeglichen ist. Damit sollte das Entfernen des beta-Amyloids aus dem Blut die Konzentration anbeta-Amyloid und seiner Bruchstücke im Hirn sukzessive reduzieren."

Schlüssel dafür sind die richtigen Bindungseigenschaften der Rezeptor-Moleküle. Dafür sorgt die Affiris AFFITOME-Technologie, die es erlaubt Moleküle mit sehr spezifischen Bindungseigenschaften zu definieren und herzustellen. Einen bedeutenden Vorteil bietet diese Technologie auch bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen körpereigene aber schädliche Proteine. Hier ermöglicht sie unter anderem das Vermeiden einer Autoimmunreaktion, wie Affiris mit seiner ersten Alzheimer-Impfung bereits gezeigt hat.

Mehr Informationen findet man auf der Seite von Affiris .