Blutiger Anschlag im Libanon: Sechs UNO-
Soldaten durch Bombe nahe Khiyam getötet

Hisbollah und Syrien verurteilen den Angriff unisono

Bei einem Bombenanschlag auf eine Patrouille der UN-Truppen im Libanon (UNIFIL) sind insgesamt sechs Blauhelm-Soldaten ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelt es sich um spanische und kolumbianische Soldaten. Einer der schwer verletzten Soldaten war im Lazarett gestorben. Zwei Blauhelm-Soldaten erlitten bei dem Anschlag schwere Verletzungen.

Der Bombenanschlag auf die Patrouille des spanischen Kontingents der UN-Truppen im Libanon (UNIFIL) ereignete sich am späten Nachmittag nahe der südlibanesischen Ortschaft Marjayoun. Bei der Vorbeifahrt des gepanzerten Fahrzeugs der Spanier explodierte eine Autobombe oder ein anderer Sprengsatz, der per Fernzündung zur Detonation gebracht worden sei, sagte Verteidigungsminister José Antonio Alonso. Er sprach von einem gezielten Terrorakt. Zunächst bekannte sich niemand. Es war der erste Anschlag seit dem Waffenstillstand im Libanon-Krieg vom August 2006.

Die Soldaten waren in einem Schützenpanzer auf der Straße von Marjayoun nach Khiyam unterwegs. Im dortigen UN-Stützpunkt waren am 25. Juli 2006 durch israelischen Raketenbeschuss vier UN-Soldaten, darunter ein Österreicher, getötet worden. Der Ort des Anschlags auf das spanische UN-Kontingent liegt etwa sechs Kilometer nördlich der israelischen Grenzstadt Metulla. Im Süden des Libanon sichern 13.000 Soldaten der Vereinten Nationen aus 30 Ländern zusammen mit 15.000 libanesischen Soldaten den Waffenstillstand, mit dem im August 2006 der Krieg zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah-Miliz beendet wurde. Spanien unterhält ein UNIFIL-Kontingent von 1.100 Mann.

Syrien verurteilt Anschlag
Die Hisbollah und die syrische Regierung verurteilten den Anschlag. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit dem Vorgehen der libanesischen Streitkräfte gegen die extremistische Miliz Fatah al-Islam im Norden des Landes. Bei Kämpfen in einer Vorstadt von Tripoli kamen am Wochenende mindestens zehn Menschen ums Leben, unter ihnen auch ein Soldat und ein Polizist.

Im Mittelpunkt der Gefechte standen zwei vierstöckige Gebäude, in denen sich nach Angaben der Behörden islamische Extremisten verschanzt hielten. Ob diese zur Fatah al-Islam gehörten, war nicht bekannt. Bei den Kämpfen mit Mitgliedern dieser Organisation kamen seit dem 20. Mai mindestens 80 Soldaten, 60 Extremisten und mehr als 20 Bewohner der Flüchtlingssiedlung Nahr al-Bared ums Leben.

(APA/red)