Blutige Gewaltexzesse im Irak: Cheney bittet Saudi-Arabien wegen Eskalationen um Hilfe

USA wollen mit arabischen Staaten Initiative gründen Saudi Arabien: Furcht vor Flächenbrand in Region

Angesichts der blutigen Gewalt im Irak hat US-Vizepräsident Dick Cheney bei Gesprächen in Saudi-Arabien um Unterstützung des Königshauses geworben. Nach einem acht Stunden langen Aufenthalt in Riad flog Cheney wieder nach Washington zurück. Der US-Vizepräsident hatte mehrere Stunden lang mit König Abdallah von Saudi-Arabien über die Lage in der Region konferiert. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

US-Präsident George W. Bush will in Amman mit dem jordanischen König Abdallah und danach mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki zusammentreffen. Ein Sprecher des Weißen Hauses nannte die neue Gewaltwelle im Irak einen "schamlosen Versuch, eine demokratisch gewählte Regierung zu stürzen".

USA wollten Iran "eindämmen"
Nach Angaben des US-Fernsehsenders CNN wollen die USA angesichts der politischen Krisen im Libanon und Irak mit einer neuen Initiative moderate arabische Staaten hinter sich scharen und den Iran "eindämmen". Darüber hinaus sollen Saudi-Arabien und Jordanien mäßigend auf die sunnitische Bevölkerungsminderheit im innerirakischen Konflikt einwirken. Vorgesehen ist den Angaben zufolge weiterhin, den Nahost-Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern wieder zu beleben.

Saudi-Arabien befürchte, dass die Gewalt zwischen den Religionsgruppen im Irak auf die gesamte Region übergreifen könnte, berichtete CNN unter Berufung auf einen Berater des saudischen Königs. Darüber hinaus würden die Aktivitäten des Irans im Nachbarland Irak und im Libanon mit Besorgnis gesehen.

Bush hält ungeachtet aller Drohungen des einflussreichen Schiiten- und Milizenführers Moktada al-Sadr an seinem Treffen mit Maliki fest.Sadr hatte zuvor gedroht, den Regierungschef nicht mehr im Parlament zu unterstützen, falls er sich mit Bush treffen sollte. Sadr kontrolliert 30 der 275 Abgeordneten. (apa)