Blutige Anschläge auf Pakistans Armee: 15 Tote bei zwei fast zeitgleichen Explosionen

Attentate auf Kontrollposten und Bus der Armee Ex-Premier Sharif will in das Land zurückkehren

Blutige Anschläge auf Pakistans Armee: 15 Tote bei zwei fast zeitgleichen Explosionen

Bei zwei Selbstmordanschlägen auf das Militär in der pakistanischen Garnisonsstadt Rawalpindi sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Ein Attentäter rammte sein mit Sprengstoff beladenes Auto in einen Bus, der auf dem Weg zu einem Gebäude des Geheimdienstes war.

Dabei habe er 13 Menschen mit in den Tod gerissen, teilte das Militär mit. Fast zeitgleich sprengte sich ein zweiter Attentäter an einem Kontrollposten in die Luft. Unterdessen stand die Rückkehr des im Exil lebenden früheren Ministerpräsident Nawaz Sharif offenbar unmittelbar bevor.

Bei dem Anschlag auf den Bus seien zudem mehrere der insgesamt 50 Businsassen verletzt worden. Zwei Soldaten wurden schwer verletzt, als sie den zweiten Selbstmordattentäter auf dem Weg zum Hauptquartier der Armee stoppten und dieser sich mit seinem Auto in die Luft sprengte.

In Pakistan hat sich der Konflikt zwischen radikalen Muslimen und der Regierung in den vergangenen Monaten verschärft. Allein seit Juli verübten Extremisten 25 Selbstmordanschläge. Anfang November verhängte Präsident Pervez Musharraf den Ausnahmezustand und rechtfertigte dies auch mit der Bedrohung durch Islamisten. Ende Oktober tötete ein Selbstmordattentäter sieben Menschen in der Nähe der Militärresidenz General Musharrafs in Rawalpindi, das nahe der Hauptstadt Islamabad liegt.

Rückkehr von Sharif
Der vor acht Jahren entmachtete Ex-Regierungschef Sharif sollte offenbar schon am Sonntag aus seinem Exil in Saudi-Arabien nach Hause zurückkehren. Dies erklärte dessen Bruder Shahbaz Sharif in einem Fernsehinterview. Damit könnte der ehemalige Regierungschef noch rechtzeitig seine Kandidatur für die pakistanische Parlamentswahl am 8. Jänner einreichen. Der letzte Termin dafür wäre der kommende Montag.

Sein Bruder habe den saudischen König Abdullah getroffen, erklärte Shahbaz Sharif weiter. Nawaz Sharif war von Musharraf gestürzt worden. Im vergangenen September scheiterte ein erster Rückkehrversuch: Sharif wurde direkt nach seiner Ankunft in Pakistan wieder abgeschoben. Im Oktober hatte Musharraf der ehemaligen Ministerpräsidentin Benazir Bhutto erlaubt, ins Land zurückzukehren.

(apa/red)