Blutbad in Hallein: Ermittler haben erste Anhaltspunkte zum Tatmotiv gefunden

20 Personen an der brutalen Gewalttat beteiligt

Bei den Ermittlungen nach dem Blutbad zwischen Dagestanern und Tschetschenen in Hallein (Tennengau) kommt das Landeskriminalamt (LKA) schrittweise weiter. Über das Motiv gebe es Anhaltspunkte, doch könne man aus kriminaltaktischen Gründen nicht alles der Öffentlichkeit bekannt geben; auch bei der Identifikation sei noch nicht alles geklärt, sagte Polizeimajor Christian Voggenberger vom Landeskriminalamt. Jedenfalls dürften rund 20 Personen in die Angelegenheit involviert gewesen sein.

Inzwischen wurden zwei Fahrzeuge sichergestellt: ein silberfarbener BMW mit französischen Kennzeichen in Saalfelden (Pinzgau) und ein Van, mit dem die beiden verletzten Tschetschenen ins Krankenhaus Hallein transportiert worden waren, von denen ein 33-Jähriger starb und sich einer noch auf der Intensivstation befindet. "Der Zulassungsbesitzer ist ein Tschetschene, der andere sein Bruder. Beide behaupten, das sie nicht am Geschehen beteiligt waren, sondern angerufen und um Hilfe gebeten worden waren", erläuterte der Polizeimajor. Der Van fiel Anrainern auf, als er mit eingeschalteter Warnblinkanlage vom Tatort wegfuhr. Beide Pkw werden kriminalrechnisch untersucht.

Bei der Wohnung in der Winklerstraße, wo die Auseinandersetzung stattfand, schien ein Dagestaner als Mieter auf. Insgesamt hätten sich nach letztem Ermittlungsstand elf Personen dort aufgehalten, davon vermutlich mindestens drei Tschetschenen. Allerdings sollen zwei Anwesende kurz zuvor die Wohnung verlassen haben. Als alle in der Wohnung aßen, beteten und Tee tranken, stürmten zwischen vier und sechs Tschetschenen die Wohnung und stachen mit Messern auf die dort Anwesenden ein. Dann fielen mindestens sechs Schüsse aus einer Faustfeuerwaffe, vermutlich von einem Dagestaner, wobei der 33-jährige Tschetschene tödliche Schussverletzungen erlitt, so der Ermittlungsleiter.

Insgesamt dürften alles in allem an die 20 Personen aus der Russischen Föderation beteiligt gewesen sein. Eine genaue Zuordnung konnte noch immer nicht erfolgen, da die vernommenen Personen nur äußerst spärlich Informationen von sich gaben. Einige Dagestaner sollen behauptet haben, sie wären Tschetschenen, sagte Voggenberger.

(apa/red)