Bluff bei gescheitertem Geiselaustausch: Deutschland bemüht sich um Freilassung

Afghanistan: Neue Übergabe soll organisiert werden

Die gescheiterte Freilassung der deutschen Geisel Rudolf Blechschmidt in Afghanistan war nach einem "Spiegel"- Vorausbericht ein Bluff der Entführer. Nach Darstellung des Blattes war ein Austausch von Blechschmidt mit dem bereits seit längerem festgesetzten Vater des Kidnapperanführers vorgesehen gewesen. Die Entführer hätten den alten Mann aufgenommen und seien mitsamt dem Deutschen davongerast.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes wollte sich auf AP-Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. Der Krisenstab bemühe sich mit unvermindert großer Intensität um die Freilassung der deutschen Geisel, erklärte er.

Nach Angaben des "Spiegels" saß Blechschmidt in einem von Motorrädern umgebenen Jeep an der mit dem Internationalen Roten Kreuz vereinbarten Stelle rund 800 Meter von den zwei Wagen entfernt, die den verschleppten Deutschen in Empfang nehmen sollten. Als der Vater des Entführers auf den Jeep zugegangen sei, seien die Motorräder und der Jeep jedoch losgerast, die Kidnapper hätten den Afghanen aufgenommen und seien mit der deutschen Geisel davongerast.

Den Helfern des Roten Kreuzes sei nichts anderes übriggeblieben, als ohne Blechschmidt zurück nach Kabul zu fahren. Auf dem Weg dorthin wurden sie selbst entführt. Im Krisenstab bemühe man sich nun, eine neue Übergabe zu organisieren.

(apa/red)