Tausend Peitschenhiebe von

Zustand des saudi-arabischen
Bloggers schlecht

Mahnwache für Freilassung von Raif Badawi mit 60 Personen in Wien veranstaltet

Demo für die Freilassung von Raif Badawi. © Bild: APA/EPA/Roland Schlager

Am heutigen Freitag werden in einigen Städten der Welt - darunter in Wien, Berlin und Montreal - zum vierten Mal Demonstrationen für die Freilassung des saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi veranstaltet. Die österreichischen Grünen haben bereits zum vierten Mal eine Mahnwache für die Freilassung des saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi veranstaltet. Die rund 60 Personen demonstrierten bei klirrender Kälte vor dem Abdullah-Zentrum (KAICIID) am Wiener Schottenring. Die Prügelstrafe für den zu 1000 Stockhieben verurteilten saudi-arabischen Blogger Raif Badawi ist erneut ausgesetzt worden.

Unter den Teilnehmern befanden sich neben Grünen-Chefin Ewa Glawischnig die Menschenrechtssprecherin der Grünen, Alev Korun, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europäischen Parlament, Rebecca Harms aus Deutschland, und die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und Delegationsleiterin der österreichischen Grünen im Europäischen Parlament, Ulrike Lunacek.

KAICIID-Sprecher Peter Kaiser meinte, dass er die Bedenken der Demonstranten verstehe und auch, dass sie für Badawis Freilassung demonstrieren würden. Das KAICIID, so Kaiser weiter, verurteile jede Art von Gewalt, nur eben nicht konkret Staaten. Kaiser bot den Grünen aber einen Dialog an.

Glawischnig fordert Schlißeung des des KAICIID

Glawischnig forderte die erneute Schließung des KAICIID und warnte im Gespräch mit der APA und der "Wiener Zeitung", dass Österreich aufpassen müsse, dass wirtschaftliche Interessen in Ländern wie Saudi-Arabien oder Russland, nicht die Handlungsfähigkeit, was Menschenrechte betrifft, beeinträchtigen. Für die Stellungnahme des KAICIID zeigte sie wenig Verständnis.

"Das finde ich arg. Diese Äußerungen kennen wir bereits. Ich kann das nicht akzeptieren. Hier geht es um krasseste Menschenrechtsverletzungen, und da Meinungs- und Religionsfreiheit im Blickpunkt stehen und die eigentliche Uraufgabe des KAICIID sind, dann erwarte ich mir eine klare Stellungnahme des KAICIID zu Badawi", so Glawischnig.

Zu 1.000 Schlägen verurteilt

Badawi war im Vorjahr wegen "Beleidigung des Islam" zu 1.000 Schlägen sowie zehn Jahren Haft verurteilt worden. Vor drei Wochen, am 9. Jänner, war er mit 50 Hieben das erste Mal ausgepeitscht worden. Laut dem Urteil sollte die Strafe in weiterer Folge im Wochenrhythmus exekutiert werden. Doch in den vergangenen zwei Wochen war sie - angeblich aus gesundheitlichen Gründen - ausgesetzt worden. Der heute 31-jährige Internet-Aktivist war 2012 verhaftet worden, weil er im Internet verschiedene Religionen als gleichwertig dargestellt haben soll.

Das Abdullah-Zentrum, das von Saudi-Arabien, Österreich und Spanien gemeinsam gegründet worden war und sich für den interreligiösen Dialog einsetzen soll, steht derzeit wegen seiner Verbindung zum wahhabitischen Königreich unter Beschuss. Das KAICIID weigert sich auch, den Fall Badawi zum Anlass zu nehmen, die Menschenrechtssituation in Saudi-Arabien zu kritisieren.

"Schicksal Badawis bewegt immer mehr Menschen"

Korun zeigte sich im Vorfeld im Gespräch mit der APA erfreut über das zunehmende Interesse an den wöchentlichen Mahnwachen der Grünen für die Freilassung des Internet-Aktivisten. "Das Schicksal Raif Badawis bewegt immer mehr Menschen." Außerdem erneuerte sie ihre heftige Kritik am Abdullah-Zentrum. Mit einem religiösen Dialogzentrum unter der Federführung eines Staates wie Saudi-Arabien habe man "den Bock zum Gärtner gemacht".

"Sein Zustand ist schlecht"

Indes meldete sich Badawis Frau, die mit ihren Kindern nach Kanada geflüchtet war, mit einer Warnung zu Wort. Ihr Mann leide an Bluthochdruck, und eine weitere Runde der Strafe könne ihn noch weiter schwächen, sagte Ensaf Haidar am Donnerstag im kanadischen Ottawa vor Journalisten. "Sein Zustand ist schlecht, und er wird immer schlechter", sagte sie an der Seite von kanadischen Abgeordneten und Vertretern von Amnesty International. "Ich bin sehr besorgt um ihn."

Kommentare

Hier kann man leicht den Eindruck bekommen, dass Raif Badawi mit seinen kritischen Texten mächtiger ist als der Gott des Islams, der gegen diese Texte bislang nichts auszurichten vermag.
Und seine Stellvertreter auf Erden, hier die saudischen Herrscher, glauben offenbar nichtmal an seine Allmacht, sondern massen sich an, selber zu richten.
Was für eine Blasphemie!

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