Blick in die Vergangenheit: Manic Street Preachers besinnen sich ihrer Wurzeln

"Send Away The Tigers": Rock-Rotz und Bombast

Blick in die Vergangenheit: Manic Street Preachers besinnen sich ihrer Wurzeln

Man habe vor den Aufnahmen zum neuen Album intensiv die eigenen frühen Platten angehört, schreibt Nicky Wire, Bassist der Manic Street Preachers, im Pressetext zur neuen CD "Send Away The Tigers" (Sony BMG). In den aktuellen Songs verlieren sich allerdings die Anspielungen auf den rotzigen Sound der Zeit um 1992, als das Debüt "Generation Terrorist" erschien, im Bombast-Sound der späteren Manic Street Preachers.

"Manchmal muss man von der eigenen Vergangenheit lernen", betont Wire. Daher haben sich die Waliser zu Beginn der Arbeit in den Proberaum zurückgezogen und frei darauf losgespielt. 30 Songs wurden geschrieben, zehn waren stark genug, um das Auswahlverfahren zu überstehen. Das in Cardiff und in einer Lodge in Irland aufgenommene und in Kalifornien abgemischte Album hat es letztendlich auf eine Spielzeit von lediglich 38 Minuten gebracht. "Es ist kurz", meint auch Wire.

Aber "Send Away The Tigers" bringt die Quintessenz der Preachers auf den Punkt, jedes zusätzliche Stück wäre zu viel gewesen (wie schon der "Hidden Track", eine Coverversion von John Lennons "Working Class Heroes", überflüssig ist). Man bekommt Mainstream-Pop, gewaltige Melodien, schöne Harmonien, kraftvollen, manchmal Stadion-kompatiblen Rock, Selbstzitate und politische Texte serviert. Auf der ersten Single "Your Love Is Not Enough" singt die fabelhafte Nina Persson von The Cardigans mit und James Dean Bradfield kann mit seinem Gesang und Gitarrenspiel diverse Schwachstellen ausmerzen.

"The Clash und die Sex Pistols sind unsere größten Inspirationen", schreibt Wire. "Wir haben das lange Zeit abgestritten. Aber sie sind es. Und mit diesem Album sind wir zurück zum Ursprung gegangen." Eine Clubtour nach Erscheinen der unter Fans wie Kritikern umstrittenen Scheibe "Lifeblood" (2004) habe geholfen, den Spirit wieder zu finden. Außerdem seien Solo-Veröffentlichungen von Wire ("I Killed The Zeitgeist") und Bradfield ("The Great Western") "wirklich wichtig" gewesen. Nachdem sich die beiden Musiker selbst verwirklicht hätten, sei ihnen klar geworden, wo die eigentlichen Stärken der Band liegen - offenbar zwischen Rotz-Rock und Bombast.

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(apa/red)