Blanke Nerven vor deutschem Bundesliga-Finale : Werder rechnet mit Schalke-Patzer

Cup-Finalist Stuttgart im Schlager gegen Bayern München-Trainer setzt auf Nervenstärke seiner Elf

Blanke Nerven vor deutschem Bundesliga-Finale : Werder rechnet mit Schalke-Patzer

Im sich zuspitzenden Kampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft beginnt die Zeit der psychologischen Spielchen. Weil sich Werder Bremen im Heimspiel gegen Alemannia Aachen wieder an die Spitze der Bundesliga schießen könnte, stichelte Schalkes Ex-Bremer Mladen Krstajic. "Das ist kein Problem, dann ist Werder halt letztmals Tabellenführer." Bremens Manager Klaus Allofs konterte: "Gegen Cottbus muss Schalke erst mal gewinnen."

Während die Bremer zuletzt nachlegen mussten, würden sie mit einem Erfolg nun die Gelsenkirchener unter Druck setzen. Allofs rechnet in den verbleibenden fünf Runden jedenfalls mit Schalker Patzern. "Das ist nicht nur Wunschdenken, sondern das zeigt auch die Vergangenheit", sagte der langjährige Stürmer. Schalke-Coach Mirko Slomka versucht jedenfalls, Gelassenheit zu demonstrieren. "Das war auch schon öfter so, als wir noch in der Verfolgerrolle waren", kommentierte der Tscheche vor dem Heimspiel am Samstag gegen Energie Cottbus.

Im eigentlichen Bundesliga-Spitzenspiel setzt Bayern-München-Trainer vor dem Spiel beim Cup-Finalisten VfB Stuttgart auf die Nervenstärke seiner Elf. "Wir sind durch viele Stahlbäder in der Vergangenheit gegangen. Das ist eine Stärke von uns, die wir hoffentlich auch diese Saison wieder ausspielen können", meinte Hitzfeld vor dem Duell des Tabellen-Vierten mit dem -Dritten. Stuttgart zeigte nach dem 1:0 im Cup-Halbfinale in Wolfsburg wenig Respekt vor den Münchnern. "Die Bayern können kommen. Ich glaube und hoffe, dass wir sie schlagen", sagte Stürmer Cacau.

Im Abstiegskampf scheinen die Nerven ebenfalls blank zu liegen. "Ich bin froh, wenn einige weg sind", kommentierte Oliver Neuville erste Auflösungserscheinungen bei Schlusslicht Mönchengladbach. Bei Eintracht Frankfurt, dem Klub von Markus Weissenberger, beklagte der ausgemusterte Albert Streit einen "riesengroßen Vertrauensbruch", in Bielefeld echauffierte sich Torhüter Mathias Hain über Kritik an seiner Leistung.

Angesichts der wachsenden Sorgen um den Klassenverbleib sinkt in den Führungsetagen die Toleranzschwelle für nörgelnde und formschwache Profis. Schließlich drohen im Falle eines Abstiegs Millionenverluste. Wie der unlängst vorgestellte Bundesliga Report der Deutschen Fußball Liga (DFL) offenbart, brachen den im Jahr 2005 abgestiegenen Klubs in der folgenden Zweitligasaison 43,4 Prozent ihrer Einnahmen weg. Wen dieses Schicksal in diesem Jahr ereilt, ist völlig offen: Nur fünf Punkte trennen den Tabellenneunten HSV vom Drittletzten aus Bielefeld.

Deutsche Bundesliga (30. Runde):

Werder Bremen - Alemannia Aachen
VfB Stuttgart - Bayern München
Hertha BSC - Borussia Dortmund
Bayer Leverkusen - 1. FC Nürnberg
VfL Wolfsburg - Arminia Bielefeld
Eintracht Frankfurt - VfL Bochum
Schalke 04 - Energie Cottbus
Hannover 96 - Mönchengladbach
Hamburger SV - FSV Mainz 05

(apa/red)