Blanchard ist ganz wichtig für die Austria:
35-jähriger Franzose der Führungsspieler

Routinier spielt bereits seit fünf Jahren in Favoriten "Sehe bei der Austria noch sehr viele Möglichkeiten"

Blanchard ist ganz wichtig für die Austria:
35-jähriger Franzose der Führungsspieler

Der Name Jocelyn Blanchard steht im Kader des FK Austria für Kontinuität, Loyalität und Erfolg. Der im Sommer 2003 verpflichtete Franzose feierte mit den Wienern bisher einen Meistertitel sowie drei Cup-Triumphe und ist in seiner fünften Saison für die Violetten wichtiger denn je.

Mit 35 ist der zentrale Mittelfeldspieler bereits im fortgeschrittenen Fußballer-Alter, auf dem Platz merkt man davon allerdings herzlich wenig. "Ich sage zu den jungen Spielern, dass man immer hundert Prozent geben muss, 80 Prozent sind schon zu wenig", offenbart Blanchard einen Teil seines Professionalismus.

Als der damalige Austria-Sportdirektor Günter Kronsteiner den Franzosen ablösefrei geholt hatte, wartete man gespannt, ob sich Blanchard nach Engagements bei Metz (1995 bis 1998), Juventus Turin (1998/99) und RC Lens (1999 bis 2003) in Wien wohl fühlen würde und eine echte Verstärkung sei. Beide Fragen waren sehr bald geklärt, der Mittelfeldmann entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zum Anführer der Mannschaft, stieß mit den Veilchen 2004/05 bis ins UEFA-Cup-Viertelfinale vor und ist heute bei der Austria ein ebenso unumstrittener Kapitän wie er es in Lens war.

"Zu früh, vom Meistertitel zu reden"
In dieser Saison will es Chef Blanchard mit "seiner" Truppe wieder wissen, obwohl er trotz Tabellenführung auch auf die Euphoriebremse steigt: "Nach drei Monaten ist es zu früh, vom Meistertitel zu reden. Aber wir haben eine gute Mannschaft, sind gut organisiert und spielen diszipliniert. Dazu haben wir mit Kuljic einen echten Torjäger. Alle sind auf dem Platz sehr ernst und das ist wichtig." Die Formkurve der Austria betrachtet der Kapitän mit Freude: "Wir wachsen mit jeder bewältigten Aufgabe und bauen immer mehr Selbstvertrauen auf. Im Juli haben wir noch nicht gut gespielt, im August schon besser und im September war es schon ganz gut."

"Wir haben noch viel Potenzial"
Laut Blanchard hat die Austria aber noch lange nicht ihren Zenit erreicht: "Wir haben noch viel Potenzial, in der nächsten Saison werden wir noch viel besser sein. Wellen oder Leistungsschwankungen sind normal, aber wir wollen nicht mehr unter ein bestimmtes Niveau fallen, das wir uns schon erarbeitet haben." Die langfristige Perspektive war auch ein Hauptgrund, warum er sich im April für eine weitere Vertragsverlängerung in Favoriten um ein Jahr entschied.

"In der vergangenen Saison war die Situation kritisch, aber hauptsächlich deshalb, weil zehn wichtige Spieler auf einmal den Verein verlassen haben", erklärt Blanchard und fügt in der für ihn typischen Art hinzu: "Man muss zu seinem Club stehen. Wenn man ein paar Jahre mit einem Verein Erfolg hat und dann bei den ersten Problemen geht - was soll das sein? Ich sehe bei der Austria noch sehr viele Möglichkeiten, viel Potenzial. Das ist meine Philosophie, meine tägliche Motivation."

(apa/red)