Wirtschaft von

BIP im 1. Quartal kaum gewachsen

Der Aufschwung hat sich laut Wifo aber verfestigt. Prognosen aber schwierig.

Arbeiter auf einer Baustelle. © Bild: APA/dpa/Rolf Vennenbernd

Österreichs Wirtschaft ist zu Jahresbeginn etwas schwächer gewachsen als bisher angenommen, der Aufschwung hat sich laut Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) aber verfestigt. Das BIP lag heuer im ersten Vierteljahr nur 0,2 Prozent über dem Vorquartal, teilte das Wifo am Freitag mit, zunächst hatte man ein Plus von 0,3 Prozent errechnet.

Davor, von Oktober bis Dezember, hatte das heimische Bruttoinlandsprodukt real noch um 0,4 Prozent zugelegt - der Aufschwung habe sich "somit zwar nicht beschleunigt, zumindest aber gefestigt". Das von der Nachfrageseite her breit getragene Wachstum erhalte seit dem 3. Quartal 2013 wieder verstärkt Impulse aus dem Ausland.

Das Wetter begünstigte zuletzt die wirtschaftliche Aktivität in den Außenberufen - der Winter war ja außergewöhnlich warm und trocken, erinnern die Experten. Die erhöhten geopolitischen Spannungen hätten die Stimmung der österreichischen Betriebe und privaten Haushalte zuletzt jedoch gedämpft, verweist das Wifo auf die Vorlaufindikatoren.

Exporte zogen an

Die heimischen Exporte haben zuletzt spürbar angezogen, doch hat das im Inland bisher noch nicht zu höheren Investitionen geführt - auch weil der Privatkonsum nach wie vor sehr verhalten ist, sagte Wifo-Experte Christian Glocker. Die Vorlaufindikatoren würden kein einheitliches Bild vermitteln.

In der Vergangenheit habe ein Exportplus - die Warenausfuhren lagen im 1. Quartal um 1,6 Prozent über dem Vorquartal - immer wieder höhere Investitionen in Österreich gebracht, "das steht aber noch aus", so Glocker: "Da sehen wir noch keinen Beginn eines starken Zyklus - damit haben wir zum Teil gerechnet, zum Teil aber auch nicht." Denn auch die günstige Refinanzierungssituation, Stichwort niedrige Zinsen, würde eigentlich für ein Anspringen sprechen.

Das Bild der Wirtschaftsindikatoren, die auch eine wichtige Basis für die Ermittlung der nächsten Konjunkturprognose - geplant für 26. Juni - darstellen, sei nicht einheitlich, sondern "sehr differenziert", sagt der Wifo-Experte.

Industrie brummt wieder

Positiv sei etwa, dass die heimische Industrieproduktion, anders als jene vieler anderer Länder, das Vorkrisenniveau schon wieder überschritten hat. Und auch das hohe Niveau an Auftragseingängen und die rezente Stimmungsaufhellung im Sachgüterbereich seien günstig zu bewerten.

Negativ sei dagegen zuletzt die Verbraucherstimmung gewesen, auch der Einzelhandels-Teilindex. Zudem habe sich jüngst der deutsche ifo-Index verschlechtert. Daher sei, fasst Glocker zusammen, "kein konsistentes Bild der Vorlaufindikatoren zu gewinnen". Auch aus dem Grund möchte sich der Wifo-Experte zur kommenden Prognose gar nicht äußern. Zuletzt hatte das Wifo im März, ebenso wie das IHS, für 2014 ein Realwachstum von 1,7 Prozent für Österreich prognostiziert.

Im Jahresabstand ist das heimische BIP im 1. Quartal heuer nach der Neuberechnung nun nur 0,3 Prozent über dem gleichen Vorjahreszeitraum gelegen, Mitte Mai war das Wifo in seiner Schnellschätzung noch von plus 0,4 Prozent ausgegangen.

Nationalbank sieht Ukraine-Krise als Risiko

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Prognose für das heimische Wirtschaftswachstum für heuer bei 1,6 Prozent beibehalten. Auch die Vorschau für 2015 (BIP-Plus von 1,9 Prozent) wurde nicht verändert. Viel hängt aber davon ab, wie sich die Krise um die Ukraine weiter entwickelt. Das wird als Risiko gewertet.

Die Aussichten für die österreichische Wirtschaft blieben im Vergleich zum Dezember 2013 unverändert, "die Prognose ist aber aufgrund der Ukraine-Russland-Krise mit einem Abwärtsrisiko behaftet", erklärte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny bei der Vorlage der neuen Wirtschaftsprognose der Notenbank.

Beschleunigung 2016

Für 2016 geht die Notenbank von einer Wachstumsbeschleunigung auf 2,1 Prozent aus. Der Aufschwung wird laut OeNB erst 2015 und 2016 von der Inlandsnachfrage getragen. Heuer sollte es überwiegend der Export sein.

Anders als im Dezember, zur Zeit der letzten Prognose, sind jetzt erste Rechnungen für die neuen Staatshilfen an die Krisenbank Hypo Alpe Adria eingepreist. Demnach wird die Staatsschuldenquote nun für heuer bei 79,2 Prozent gesehen, 2015 sollte sie auf 77,5 Prozent und 2016 auf 75,3 Prozent zurückgehen.

Für österreichische Verhältnisse anhaltend hoch wird die Arbeitslosenquote im Land bei 5 Prozent (nach Eurostat) im heurigen und auch im nächsten Jahr gesehen. 2016 sollte sie minimal auf 4,9 Prozent zurückgehen.

Kommentare

SPÖ+ÖVP fahren auf allen Ebenen den gesamten Staat und unsere Sozialleistungen an die Wand!
Rekordstaatsschulden, Rekordarbeitslosigkeit, Mrd. unseres Steuergeldes zu den Schuldenländern usw., usw.,
Wo bleiben die 400.000 neuen Arbeitsplätze und die Entfesselung der Wirtschaft? Seit der Wahl davon nichts mehr gehört!

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