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Wirtschaft kommt nicht vom Fleck

Wifo-Schnellschätzung: BIP wuchs im ersten Quartal nur magere 0,1 Prozent

Baustelle in Offenbach © Bild: APA/dpa/Roland Holschneider

Österreichs Wirtschaft kommt weiter nicht vom Fleck. Im 1. Quartal legte das BIP heuer gegenüber dem letzten Quartal 2014 real um magere 0,1 Prozent zu. Davor gab es zwei Vierteljahre in Folge eine Stagnation, nach den volatileren saison- und arbeitstagsbereinigten Daten für Eurostat sogar vier Quartale lang. Vorerst kommt die Wirtschaft noch nicht richtig in Schwung, so das Wifo am Donnerstag.

Damit habe sich Anfang 2015 die Schwächephase des Vorjahres fortgesetzt, erklärte das Wirtschaftsinstitut zu seiner BIP-Schnellschätzung. Ein zarter Aufwind bzw. leichter Konjunktur-Frühling, wie ihn Mitte April die Ökonomen der Bank Austria geortet haben - sie prognostizierten auch 0,2 Prozent BIP-Plus fürs 1. Quartal -, steht laut Wifo-Expertin Sandra Bilek-Steindl noch aus: Gemäß den Vorlaufindikatoren kommt die Wirtschaft "noch nicht so richtig in Schwung", sagte sie zur APA: "Es dauert noch, bis das in Gang kommt." Die positiven Effekte des billigeren Öls und der für die Exportwirtschaft günstigen Euro-Abwertung gegenüber dem Dollar würden sich, wie erwartet, wohl erst im 2. Halbjahr zeigen.

Besser als zuletzt seien aber die Exporte gewesen, so Bilek-Steindl. Diese legten von Jänner bis März gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent zu, nach 0,6 Prozent von Oktober bis Dezember, nimmt das Wifo an. Die Importe belebten sich sogar auf ein Plus von 0,8 Prozent, nach einem Rückgang von 0,1 Prozent Ende 2014.

Die geringe Expansion im 1. Quartal wurde laut Wifo vor allem von der - freilich verhaltenen - Konsumnachfrage getragen. Keinen positiven Wachstumsbeitrag lieferten erneut die Investitionen. Und die Industriekonjunktur verläuft "anhaltend schwach".

Nachfrage träge

Die Konsumnachfrage wuchs zu Jahresbeginn "weiterhin träge", so das Institut. Bei den privaten Haushalten stand ein Plus von 0,1 Prozent gegenüber der Vorperiode, bei den öffentlichen Haushalten betrug der Anstieg 0,3 Prozent. Auch die Zurückhaltung bei den Investitionen der heimischen Unternehmen hielt demzufolge an: Die Bruttoanlageinvestitionen (Ausrüstungs- und Bauinvestitionen) wurden um 0,6 Prozent eingeschränkt, allerdings hatte das Minus im 4. Quartal noch 1,2 Prozent betragen.

Die Schwäche der Nachfrage nach Waren dämpfte im Zeitraum Jänner bis März die Industriekonjunktur. Im produzierenden Bereich sank die Wertschöpfung um 0,6 Prozent, in der enger abgegrenzten Sachgütererzeugung um 0,4 Prozent. Auch in der Bauwirtschaft war die Wertschöpfung erneut rückläufig (-0,3 Prozent).

Dienstleistungssektor besser unterwegs

Positive Beiträge zum BIP-Plus lieferte im 1. Quartal dagegen der Dienstleistungssektor. Im Bereich "Handel und Kfz, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie" sei die Wertschöpfung um 0,2 Prozent gestiegen, im Sektor Information und Kommunikation wurde sie um 0,9 Prozent ausgeweitet, im Kredit- und Versicherungswesen und den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen jeweils um 0,3 Prozent.

Im Jahresabstand lag das BIP im 1. Quartal real 0,4 Prozent höher, nach 0,1 Prozent Rückgang Ende 2014. In den drei Vierteljahren davor, vom 3. bis zum 1. Quartal 2014, war die Wirtschaft binnen Jahresfrist noch um 0,3, 0,6 und 0,5 Prozent gewachsen.

Während nach der schwankungsanfälligeren Rechnung für Eurostat Österreich voriges Jahr vier Quartale hintereinander stagnierte, war dies nach der traditionellen heimischen Betrachtung des Wifo nur im 4. und im 3. Quartal der Fall, während es im ersten Halbjahr jeweils ein kleines Quartals-Plus von 0,1 Prozent gab. Diese Daten der herkömmlichen Trend-Konjunktur-Komponente wurden vom Wifo auch nicht angepasst. Bei den saison- und arbeitstagsbereinigten Zahlen für das Eurostat, die volatiler sind und auf die sich das Wifo selbst deshalb weniger gern stützt, wurde das 4. Quartal von -0,2 auf Null nach oben revidiert und das 1. von -0,1 auf Null.

Das Update der Q1-Zahlen hat das Wifo für den 29. Mai geplant. Die nächste Konjunkturprognose von Wifo und IHS steht für 18. Juni an. Zuletzt hatten die Institute im März für heuer ein reales Wachstum von 0,5 bzw. 0,8 Prozent vorhergesagt. Der IWF und die Bank Austria waren zuletzt mit jeweils 0,9 Prozent BIP-Plus für 2015 etwas optimistischer, allerdings soll die Eurozone heuer laut IWF um 1,5 Prozent expandieren.

Kommentare

christian95 melden

Wir verdienen nichts anderes!
Die Wirtschaft liegt danieder, jedes Monat neue Rekordarbeitslosenzahlen, die Staatsverschuldung erreicht die Rekordsumme von 280 Mrd. (Vergleich: Die Hypo 18 Mrd.); wir zahlen so viele Steuern wie noch nie....
und trotzdem wählen wir immer wieder SPÖ+ÖVP.

christian95 melden

Das war ja alles zu erwarten! Wenn man Mrd. der eigenen Volkswirtschaft entzieht und das Geld nach Brüssel und zu den Schuldenländern schickt, fehlt es im Kreislauf der eigenen Wirtschaft. Das weiß jedes Hausfrau. Wenn sie weniger Geld zur Verfügung hat kann sie weniger kaufen. Das ist beim Staat nicht anders.

christian95 melden

Dann kommt noch dazu: SPÖ+ÖVP verwalten diesen Staat wie vor 100 Jahren! Unsere Verfassung aus 1920 ermöglich weiterhin jede politische Funktion gleich 10 fach zu besetzen und zu verwalten. Vor 100 Jahren gab es weder Handys, Internet oder eine EU. Niessl, Pröll & Co wollen diesen Schwachsinn noch "aufwerten".

christian95 melden

Die 99 BH´s stammen noch aus der Monarchie. (Der Kaiser ordnete an, dass jeder Bürger an einem Tag mit dem Ochsenkarren die öffentliche Verwaltung erreichen muss können). Heute mit Autos und ausgebauten öffentlichen Verkehr ist so etwas längst überholt.

Nudlsupp melden

Komisch nur, daß 16 Jahre blau-orange Landeshauptleute in Kärnten und 7 Jahre blaue Bundesregierung gar nichts daran geändert haben. Es wird doch nicht etwa so sein, mein lieber Christian, daß Ihre heiligen Blauen keinen Deut besser sind als Rot und Schwarz? Oder wie erklären Sie sich den Stillstand sobald blaue Regierungsverantwortung tragen?

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