"Bin überzeugt, dass sie kommt": ÖGB-Chef Hundstorfer glaubt an eine Große Koalition

'Das Land braucht rasch eine arbeitsfähige Regierung' Sozialminister: ÖGB stellt keinen Anspruch auf Posten

"Ich bin zutiefst überzeugt, dass sie kommt", sagte ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer in der ORF-"Pressestunde" zur großen Koalition. Das Land brauche rasch eine arbeitsfähige Regierung, vor allem für die Arbeitsmarkt-Politik. 20.000 junge Menschen hätten keine Arbeit. Einen Posten in diesem Kabinett beanspruchte er für den ÖGB nicht: "Die Zeit der Erbpachten ist vorbei", meinte er zur Frage nach einem Sozialminister aus der Gewerkschaft.

Der ÖGB könne allerdings "kreative Köpfe", die für die Funktion in Frage kommen, durchaus anbieten. Personelle Wünsche habe er an SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer noch nicht herangetragen: "Mein einziger Wunsch ist, unsere Inhalte unterzubringen."

Dabei setzte Hundstorfer erneut einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, der er mit einem Maßnahmenbündel zu Leibe rücken will. Neben einer besseren Ausbildung will der ÖGB-Präsident unter anderem auch die Mobilität der Arbeitnehmer fördern: "Wir haben da ein Mentalitätsproblem. Da müssen wir etwas tun." Über den Vorschlag von Innenministerin Liese Prokop, Ausländer nur mehr bei Bedarf für zwölf Monate mittels einer "A-Card" einwandern zu lassen, kann man aus Sicht Hundstorfers diskutieren. Nein sagt er zu einem gesetzlichen Mindestlohn. Hier verlässt man sich weiter auf die Sozialpartner-Verhandlungen.

In Zukunft Direktwahl des ÖGB-Präsidenten?
Hundstorfer erwartet, dass in Zukunft der Gewerkschaftschef direkt von den Mitgliedern gewählt wird: "Das wird sicher irgendwann kommen, davon bin ich tief überzeugt", meinte er. Dass es diesmal beim Bundeskongress im Jänner noch nicht so weit ist, begründete Hundstorfer mit organisatorischen Hürden.

Einmal mehr kündigte der geschäftsführende ÖGB-Präsident an, nun auch ordentlicher Gewerkschaftschef werden zu wollen: "Es hat sich an meiner Meinung nichts geändert. Ich habe gesagt, ich kandidiere." Ob er gewählt werde, müssten dann die Delegierten entscheiden.

Dass es zu keiner Direktwahl des Präsidenten kommen wird, sieht er terminlich begründet: "Beim größten Verein Österreichs ist es in Wahrheit unmöglich, bis in den Jänner so etwas zu gestalten." Irgendwann werde die Direktwahl aber der Fall sein, als möglichen Zeitpunkt nannte er den nächsten oder übernächsten Bundeskongress in vier bzw. acht Jahren. (apa/red)