Billigstromanbieter bauen auf Atomstrom: MyElectric & Austrian Power Sales ganz vorn

Heilingbrunner: "Schluss mit Atom-Dumpingstrom" Wien Energie & EVN kommen ohne Atomstrom aus

Billigstromanbieter bauen auf Atomstrom: MyElectric & Austrian Power Sales ganz vorn © Bild: apa/dpa/Karmann

Der drohende Atom-Super-GAU in Japan heizt die Diskussion um Österreichs Atomstromimporte neu an. Österreich hat zwar keine Atomkraftwerke, mit dem Strom aus Nachbarländern kommt aber auch zu uns Atomstrom. Der Umweltdachverband hat unter Berufung auf den Stromkennzeichnungsbericht der E-Control den Anteil an Atomstrom bei diversen Anbietern 2010 analysiert.

Die Analyse ergab, dass die MyElectric Energievertriebs- und Dienstleistungs GmbH, eine Tochter der Tiwag und der Salzburg AG, und die Verbund-Tochter Austrian Power Sales GmbH den höchsten Atomanteil in ihrem Strommix hatten. Der Gesamtstrommix der Austrian Power Sales weise einen UCTE-Anteil von 83 Prozent auf, jener der MyElectric 84 Prozent. Der UCTE-Mix ist der durchschnittliche Mix der europäischen Gesamterzeugung, der auch rund 30 Prozent Atomstrom enthält.

Wien Energie & EVN ohne Atomstrom
Die Energie Klagenfurt kommt laut dem Bericht auf einen Anteil von 75 Prozent, Energie Graz auf 62 Prozent, Kelag auf 46 Prozent, Tiwag und Innsbrucker Kommunalbetriebe auf 27 Prozent, Energie AG OÖ sowie Linz Strom Vertrieb GmbH auf 4 Prozent. Strom ohne Atomkraftanteil würden Wien Energie und EVN anbieten.

"Werbungen ungeheuerlich"
"Dieser Billigatomstrom aus dem europäischen UCTE-Mix wird nicht wegen der Versorgungssicherheit Österreichs importiert, sondern ausschließlich, um neue Kunden mit billigerem Strom zum Umstieg zu bewegen. Die Werbeaktionen zum Stromanbieterwechsel von Verbundchef Wolfgang Anzengruber, wo von der staatlichen Verbundgesellschaft mit einem Bonus von zwei Monaten Gratisstrom geworben wird, sind daher ungeheuerlich", kritisiert der Präsident des Umweltdachverbandes, Gerhard Heilingbrunner. Wenn Österreich seinen Anti-Atom-Kurs ernst meine, müsse es auch Schluss mit dem subventionierten Atom-Dumpingstrom machen, fordert Heilingbrunner.

(apa/red)

Kommentare

Atomstrom - Nein Danke. Wer seinen Strom bei Anbietern kauft, die auch Atomstrom importieren unerstützt damit den Bau und Betrieb von AKWs. Leute, schaut zuerst auf eure Stromrechnung bevor auf die Strasse gegangen wird um gegen AKWs zu demonstrieren. Der Konsument bestimmt. Meiner Wien-Energie Rechnung entnehmen ich folgenden Mix (gerundet): 45% Wasserkraft, knapp 4% Wind und Sonnenenergie, kanpp 4% Biomasse, 1% sonstige Ökoenergie (was immer das ist) und 46% Erdgas). Die paar Cent Preisdifferenz zu den anderen Anbietern kann ich mit Sparmaßnahmen wettmachen und gerechtfertigen niemals das Risiko von AKWs und deren Lagerung von Brennstäben

Populismus gegen Strategie Wir müssen gleich aus 4 Dingen aussteigen und zwar genau in der aufgeführten Reihenfolge.

Erdöl - Peak-Oil - Preisexplosionen drohen
Kohle - der Klimaschädlichste Energieträger
Uran - Peak-Uran unsichere Uranversorgung und die Atomgefahren
Erdgas - der letzte Ausstieg.

Im ersten Etappenziel, alles was einfach zu ersetzen geht, müssen 620 TWh Strom aus Sonne und Wind jährlich in Deutschland produziert werden. In Österreich auch noch 40 TWh

Wenn ein "Öko Insitut" sich dann auch noch erblödet mehr Kohlestrom für den Atomausstieg zu fordern, dann ist dies unverantwortlicher Populismus.

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