Billigflieger in Turbulenzen: Verdrängungs-wettbewerb unter den Diskontern der Lüfte

Attraktivster Übernahmekandidat ist die SkyEurope FORMAT: Kräfteverhätlmisse sind derzeit klar verteilt

Zum Feiern ist Christian Mandl nicht zumute, obwohl er allerhand Grund dazu hätte. Die von ihm und seinem belgischen Freund und Partner Alain Skowronek gegründete Billig-fluglinie SkyEurope mit Sitz in Bratislava wird dieser Tage fünf Jahre alt, und gerade erst hat Mandl einen Großinvestor zum Einstieg bei der defizitären Fluglinie bewogen: Der internationale Private Equity Fund York Global Finance hat 38,8 Millionen Euro zugeschossen und damit die arg ins Trudeln geratene Billig-Airline vor dem Absturz bewahrt. "Wir sind derzeit mit anderen Dingen beschäftigt als mit Partys", meint Christian Mandl, dem mit seinem Partner fünf Prozent an SkyEurope gehören.

Der Einstieg der Investmentgesellschaft ist umso überraschender, als die Zeiten für Billigflieger wegen explodierender Kerosinpreise, steigender Konkurrenz und Günstigangeboten herkömmlicher Airlines alles andere als gut sind. Mandl hat den Investoren, die sich auf unterbewertete Titel konzentrieren und offenbar an SkyEurope glauben, ein immerhin plausibles Konzept vorgelegt, um spätestens 2008 den Turnaround zu schaffen.

Hohe Spritpreise, unrentable Strecken und die beinharte Preisschlacht könnten aber nicht nur SkyEurope zur Notlandung zwingen. Eine Konsolidierungswelle unter den Diskontern der Lüfte steht bevor. "Bis 2010 wird die Zahl der Billigfluganbieter von derzeit 50 auf die Hälfte schrumpfen. Es werden nur jene überleben, die sich klar positionieren und ihre Kosten niedrig halten", prophezeit der deutsche Luftfahrtexperte Alexander Neuhaus von der Unternehmensberatung Mercer Management Consulting.

Derzeit sind die Kräfteverhältnisse am europäischen Billigflugmarkt klar verteilt, und jede der großen Airlines setzt auf ein anderes Konzept. Branchenprimus ist die irische Ryanair, die seit 1985 Preisschnäppchen wie Städteflüge um eine Hand voll Euro anbietet - freilich nur bei zeitgerechter Buchung.

Nummer zwei ist die britische easyJet, die im Vorjahr 30 Millionen Passagiere transportierte und dabei 99 Millionen Euro Gewinn erzielte. In Österreich besonders präsent ist die Nummer drei am Markt, die deutsche Air Berlin, die auf Allianzen setzt. Die Fluglinie, die auch an Niki Laudas Fly Niki mit 24 Prozent beteiligt ist, hat erst Mitte August die deutsche DBA gekauft und ist mit dem Reisekonzern LTU eine Kooperation für Langstreckenflüge eingegangen.

Die alten "Werte" der Billigfluglinien, konsequentes Ansteuern von Provinzflughäfen, spartanischer Service am Boden und in der Luft und dafür niedrige Preise, verlieren auch sonst zunehmend an Bedeutung. Der österreichische Airliner Niki Lauda, der mit seiner Fly Niki im vergangenen Jahr Gewinne einflog: "Billiger als 29 Euro, unser derzeitiger Top-Preis, geht es bei uns wirklich nicht mehr. Wir werden unsere Preise sicher nicht mehr senken." Im Schnitt ist Fly Niki trotz Investitionen in den Wohlfühlfaktor - zumindest nach Aussage Laudas - noch bis zu 40 Prozent günstiger als etwa die Austrian.

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