Billig-Mitbringsel können teuer werden: Probleme an Grenzen mit gefälschter Ware

Hohe Verwaltungsstrafen bei Einfuhr nach Österreich Deftige Strafdrohungen für Fälscher & Importeure

Markenkleidung, teure Uhren und Taschen, die man sich mit einem normalen Einkommen nie leisten könnte, sind oft begehrte Mitbringsel aus dem Urlaub - als Billigkopien. Was viele nicht wissen: Das Einführen dieser Produkte nach Österreich wird oft mit hohen Verwaltungsstrafen geahndet. In gravierenden Fällen, etwa bei Vorsatz, drohen laut Arbeiterkammer Strafen in Höhe von bis zu 15.000 Euro.

"Es gibt zwei Möglichkeiten, wie gefälschte Waren über Drittländer nach Österreich kommen. Entweder man bestellt die Güter übers Internet, oder man importiert sie aus dem Ausland, beispielsweise nach dem Urlaub", sagte Daniela Zimmer, Konsumentenschützerin bei der AK. Zollbeamten können bei Verdacht Postsendungen untersuchen.

Wurde ein Päckchen geöffnet, bekommt der Adressat ein Schreiben, in dem er darüber informiert wird. "Der Betroffene hat die Möglichkeit, sich binnen zehn Tage zu äußern, dann wird die Ware vernichtet", so Zimmer. Die Folgen sind breit gefächert: Von einem simplen Unterlassungsbescheid bis zu Schadenersatzansprüchen der Rechtsinhaber.

Deftige Strafdrohungen für Fälscher und Importeure
Deftige Strafdrohungen gelten Fälschern und Importeuren. Rechteinhaber von Luxuswaren können jedoch unter bestimmten Voraussetzungen auch Ansprüche an die Käufer richten: Wusste der Konsument, oder war es leicht zu erkennen, dass es sich um Fälschungen oder unerlaubte Kopien handelt, kann Schadenersatz verlangt werden.

Beim Einreisen nach Österreich gelten ähnliche Bestimmungen, allerdings kann das gefälschte Stück nicht aus dem Reisegepäck beschlagnahmt werden, wenn auf Grund von Art und Menge klar ist, dass es zum persönlichen Gebrauch oder als Geschenk gedacht ist. Der Wert darf 175 Euro nicht übersteigen. Die unerlaubte Einfuhr interessiert in manchen Fällen auch die Finanzbehörden: Verwaltungsstrafen bis zu 4.000 Euro, bei Vorsatz sogar bis zu 15.000 Euro drohen, egal ob die Waren für geschäftliche Zwecke oder für den Eigenbedarf mitgebracht wurden.

(apa/red)