Bildungspolitik von

Schulschwänzer im Visier

Kurz will höhere Strafen und vermutet Probleme vor allem bei Migrantenfamilien

Bildungspolitik - Schulschwänzer im Visier © Bild: APA/Jäger

Mit 220 Euro oder einer bis zu zweiwöchigen Freiheitsstrafe können Eltern derzeit geahndet werden, wenn ihr Kind lange der Schule fernbleibt. Für Integrationsstaatssekretär Kurz der Schulpflichtverletzungen verstärkt bei Familien mit Migrationshintergrund vermutet, geht das nicht weit genug: Er fordert einen "konsequenteren Vollzug" und eine Erhöhung der Verwaltungsstrafe auf 1.500 Euro.

Von 1.138 Verwaltungsstrafverfahren allein in Wien im laufenden Jahr 2011 führten bisher nur 371 zu Straferkenntnissen, wie aus einer aktuellen parlamentarischen Anfragebeantwortung des Unterrichtsministeriums hervorgeht. 2005 waren es etwa 500 Verfahren, aus der 337 Strafbescheide resultierten. Informationen zu Geschlecht, Migrationshintergrund oder Umgangssprache der Schulverweigerer werden dabei nicht erfasst, da diese laut Ministerium "für die Erledigung einer Verwaltungssache" in keiner Form "rechtserheblich" sind.

Kurz sieht das anders und fordert vom Unterrichtsministerium als "Dienstaufsichtsbehörde" die Erhebung dieser Daten und Feststellung der Motive zur Schulpflichtverletzung. Die Forderung folgt auf den vor drei Monaten veröffentlichten Integrationsbericht, der verstärkte Sanktionen bei Schulpflichtverletzungen vorgeschlagen hatte. Nach Angaben des Berichts ist die Rate der Schulabbrecher unter Kindern mit Migrationshintergrund vier Mal so hoch wie jene von österreichischen Kindern. Auch bei Schulabbrechern könne sich Kurz deshalb Sanktionen vorstellen.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger
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Ruhig Blut :-) Meine Damen - meine Herren... *gg
Freut mich, dass sich zumindest einige von Ihnen Gedanken machen... dass mir mitunter gern jemand die Fresse polieren würde, ist durchaus ok... werd mir jetzt nicht für Angst in die Hose kacken *gg... und scheinbar vertritt entsprechende Person ja auch die Meinung, dass eine gsunde Watschn - oder mit anderen Worten: "Eine in die Fresse" noch keinem geschadet hat *gg ... Ok, Prügelstrafe muss nicht sein! Allerdings haben heute viele Jugendliche überhaupt keinen Respekt mehr vor dem Lehrkörper. Ich schlage daher vor...wer zu blöd und zu unwillig ist zum Lernen, der kann ja schon mit 12 oder 13 in den Steinbruch bissl arbeiten gehen.

Ignaz-Kutschnberger
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... Andererorts im asiatischen Bereich zB würden viele Kinder im Alter von 8 Jahren gerne eine Schule besuchen, müssen aber bereits in die Steinbrüche um Geld zu verdienen! Also meine Damen und Herren...es geht auch anders! Und jetzt nicht nur sagen die Ausländer sollen da in die Steinbrüche...ne, alle verhaltensauffälligen bzw. unwilligen Schüler in Österreich würde ich diese Alternative anbieten!

Nicht sein Ressort Seit wann ist der Herr Kurz Unterrichtsminister?

Ignaz-Kutschnberger
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Herr Sekretär Lieber Freund Kurz... die Schule hat generell ein Problem... und zwar dass die Einsetzung des Rohrstocks abgeschafft wurde!! Wo sind doch die guten Zeite wo man noch für Ungehorsam eins über die Finger bekommen hat... fragen Sie mal Ihren Vater, vielleicht erinnert er sich noch daran... und vielleicht bestätigt er ihnen, dass wenn richtig eingesetzt ("gerechtfertigt"), so ein Hieb mit dem Staberl durchaus Wunder bewirken kann... nicht nur bei Migranten, sondern auch bei unbelehrbaren aufmüpfigen österr. Rotzbengeln!! Dann ist auch die Pisa-Studie vielleicht beim nächsten Anlauf besser?! Hätten wir dann gleich 2 Fliegen mit einer Klappe ...

RobOtter
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@ War-Lord Sehr intelligenter Kommentar! Wenn Du so auf diese "gute alte Zeit" stehst kann ich ja vorbei kommen und Dir die Fresse polieren, denn es ist ja deiner Meinung nach ein probates Mittel um die Aufmerksamkeit zu erhöhen!!!

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Re: Herr Sekretär @War-Lord: so sehr ich deine sarkastischen, lustigen und auch kritischen Kommentare schätze, eines ist aber klar: ein Lehrer hat nicht zu prügeln sondern zu lehren. Dazu gehören neben fundiertem Fachwissen auch ausgeprägte pädagogische Fähigkeiten um den Unterricht derart zu gestalten, dass Lernen auch Spaß macht und Neugier auf Wissen macht. Wer das Zeug dazu nicht hat, sollte besser heute als morgen den Job hinschmeißen und ihn Leuten überlassen, die das bringen. Was die Verantwortung der Eltern von misratenen Kindern angeht die die Schule schwänzen (und damit zumindest die anderen nicht stören), aber insbesonders von jenen Kindern die nur störend wirken, so kann der Staat nur über das Aussetzen von finanziellen Zuwendungen einen richtungsweisenden Effekt erzielen.

Schulpflicht und andere Pflichten Wer diverse Pflichten nicht erfüllt dem müssen auch die diversen Förderungen oder Vergütungen gestrichen werden (kein Recht ohne Pflicht), zb Kindergeld etc. Neben einem erzieherischen Effekt läßt sich vermutlich auch Sparpotenzial generieren.

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