Bildungskarenz kaum genützt: Nur 1.017 Personen nahmen Möglichkeit in Anspruch

Weit größeres Interesse bei Frauen als bei Männern

Die Möglichkeit einer Bildungskarenz wird nur in sehr geringem Ausmaß genützt. Von den insgesamt rund 3,2 Millionen unselbstständig Beschäftigten waren mit 1.017 Personen nur 0,3 Promille in Bildungskarenz. Davon wiederum nahmen Frauen mit 644 diese Möglichkeit fast doppelt so häufig in Anspruch wie Männer (373), geht aus den jüngsten Zahlen des Arbeitsmarktservice (AMS) hervor.

Die Bildungskarenz gibt es seit 1998. Damals war sie lediglich von 525 Personen in Anspruch genommen worden. Schon ein Jahr später stieg die Zahl auf 2.394 und erreichte im Jahr 2000 mit 4.700 den Höchstwert. Es hatte sich relativ schnell herumgesprochen, dass man im Anschluss an den Karenzgeldbezug zwar kein Arbeitslosengeld erhält, aber bei entsprechender Vereinbarung mit dem Arbeitgeber eine Bildungskarenz bekommt. Von den 4.700 Beziehern waren 4.410 Frauen und nur 290 Männer.

Als Folge wurde mit Oktober 2000 beschlossen, dass zwischen dem Bezug von Karenzgeld und Bildungskarenzgeld 26 Wochen Beschäftigung liegen müssen. Was dazu führte, dass 2001 die Zahl der Bildungskarenzgeld-Bezieher auf 849 absackte, 2002 kurzfristig auf 1.038 stieg, sich 2003 ein wenig auf 1.064 erhöhte und 2004 mit 1.536 eine weitere Anhebung erfuhr. Dies führte mit Beginn 2005 zu einer neuerlichen Änderung - beim Bezug von Bildungskarenz müssen 16 Wochenstunden einer Bildungsmaßnahme besucht werden. Daraufhin sank im Vorjahr die Zahl auf 1.017.

Die Bildungskarenz kann zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber für mindestens drei bis maximal zwölf Monate vereinbart werden. Während dieser Zeit erhält die karenzierte Person vom AMS Weiterbildungsgeld in Höhe des Kinderbetreuungsgeldes mit einem Tagsatz von 14,53 Euro. Nach Vollendung des 45. Lebensjahres wird das Weiterbildungsgeld in der Höhe des Arbeitslosengeldes ausbezahlt, wenn dieses höher ist als das Kinderbetreuungsgeld. Gewährt wird die Bildungskarenz beispielsweise für das Nachholen von Schul- und Studienabschlüssen oder Fremdsprachenschulungen. Als Voraussetzung muss der Arbeitnehmer ein Arbeitsverhältnis von mindestens drei Jahren ununterbrochener Dauer aufweisen. Während des Bezugs von Weiterbildungsgeld besteht Kranken- und Unfallversicherungsschutz und diese Zeiten werden auch bei der Pensionsermittlung berücksichtigt. (apa)