Bildung von

Schlechte Note für
die neue Regierung

Bildung - Schlechte Note für
die neue Regierung © Bild: APA/ROLAND SCHLAGER

Kritik am Bildungsteil des Regierungsprogramms übt die Österreichische Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen (ÖFEB).

Die Bildungsforscher stört vor allem das Festhalten am laut Programm "bewährten differenzierten Schulsystem" sowie die Erhaltung bzw. die Stärkung des Sonderschulwesens.

Es gebe "keine gesicherten wissenschaftlichen Befunde dafür, dass sich das differenzierte österreichische Schulsystem, das die Kinder in der Sekundarstufe I auf AHS-Unterstufe, Neue Mittelschule und Sonderschule aufteilt, 'bewährt' hat", betont die ÖFEB. Im Gegenteil: "Die Ergebnisse der internationalen Bildungsforschung haben gezeigt, dass mehrgliedrige Schulsysteme - wie es sie in Deutschland und Österreich gibt - wenig effektiv und sozial ungerechter sind."

»Je länger Kinder und Jugendliche eine gemeinsame Schule besuchen, desto weniger ist ihr Bildungserfolg von der Herkunftsfamilie abhängig«

Jedes Jahr, um das früher differenziert werde, koste Punkte auf der internationalen Leistungsskala. "Und je länger Kinder und Jugendliche eine gemeinsame Schule besuchen, desto weniger ist ihr Bildungserfolg von der Herkunftsfamilie abhängig." Deshalb würden Länder mit leistungsstarken Schulsystemen mehr auf innere anstatt auf äußere Differenzierung setzen, so ÖFEB-Vorsitzender Florian Müller.

Bedenken hat die ÖFEB auch bei den Plänen zur Stärkung der Sonderschule. Österreich habe im internationalen Gleichklang in den vergangenen Jahrzehnten begonnen, ein inklusives Schulsystem aufzubauen. "Dass diese Entscheidung richtig ist, wird unter anderem von nationalen und internationalen Forschungsergebnissen bestätigt, welche insgesamt einen Vorteil für alle Schüler und Schülerinnen ausweisen". Eine Abkehr von der Inklusion würde außerdem gegen die UN-Behindertenrechtskonvention verstoßen.

Passend dazu: Schlechte Noten - Was bringt "Vergleichbarkeit" von Leistungen durch Noten, wo doch ein und dieselbe Ziffer selbst bei sozial gleichen Kindern in derselben Klasse nicht das Gleiche aussagen muss.

Dem Ausbau der Inklusion entspreche auch die neue Lehrerausbildung, die keinen eigenen Ausbildungsweg zum Sonderschulpädagogen mehr vorsieht. Stattdessen müssen alle angehenden Lehrer inklusionspädagogische Module absolvieren (optionale Schwerpunkte sind weiter möglich). "Da sich die Mehrheit der Eltern dafür entschieden hat, ihre förderbedürftigen Kinder 'integriert' unterrichten zu lassen, wurden Sonderschulen großflächig geschlossen, und es erscheint daher als wenig sinnvoll, Lehrkräfte für eine Schulform auszubilden, die den Elternwünschen kaum mehr entspricht", so die ÖFEB.

Kommentare

strizzi1949

Was sind das für seltsame "Eliten" (oder Besserwisser), die da Dinge bemängeln, die noch gar nicht passiert sind? Warum läßt man die neue Regierung nicht einmal arbeiten und kritisiert dann, z.B. nach den ersten 100 Tagen, was sie bis dorthin gemacht haben? Wie soll man Institutionen ernst nehmen, die sich als Wahrsager betätigen?
Für mich sind das inkompetente Idioten!

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