Bildung von

Frauen profitieren mehr

Jedes Ausbildungsjahr bringt Frauen später fast sechs Prozent mehr Lohn

Bildung - Frauen profitieren mehr © Bild: Thinkstock/iStockphoto

Jedes Jahr, das eine Österreicherin länger in der Schule, im Studium oder in der Berufsausbildung bleibt, bringt ihr später fast sechs Prozent mehr Einkommen. Damit profitiert sie etwas mehr von Bildung als ein männlicher Kollege, bei dem die sogenannte Bildungsrendite - also der finanzielle Ertrag von Investitionen in Bildung - bei fünf Prozent liegt.

Dies hat eine aktuelle Berechnung des deutschen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergeben, wonach sich Bildung für Frauen in neun von zwölf untersuchten europäischen Ländern finanziell mehr lohnt als für Männer. Geschlechtsspezifische Unterschiede Politische Rahmenbedingungen wie Steuersysteme oder familienpolitische Maßnahmen spielen dabei ebenso eine Rolle wie geschlechtsspezifische Unterschiede bei Einkommen und der Erwerbsbeteiligung, so die Studienautoren. Hoch qualifizierte Frauen würden im Durchschnitt zwar weniger verdienen als hoch qualifizierte Männer - mit steigendem Bildungsniveau nehme der geschlechtsspezifische Lohnunterschied aber zumindest ab. Die Studie führt das vor allem darauf zurück, dass mit den Einkommensgewinnen durch bessere Qualifikation "negative Effekte höherer Arbeitslosigkeit und niedrigerer Erwerbsbeteiligung von Frauen aufgrund von Familienpausen" ausgeglichen werden. Bildungsrenditen im Europa-Ranking Nur in Schweden, Deutschland und den Niederlanden ist die Bildungsrendite von Frauen niedriger als die von Männern. Höchstwerte erzielt hingegen Luxemburg, wo jedes weitere Bildungsjahr sowohl für Frauen als auch für Männer etwa 8,7 Prozent mehr Lohn bringt. Zusätzliche Bildung zahlt sich auch in Portugal und Irland aus, wo das pro Jahr erhöhte Einkommen für Frauen bei fast zehn Prozent liegt (bei Männern rund acht bzw. etwa sieben Prozent). "Bummelstudien" bringen nichts Für die rechnerischen Durchschnittswerte wurden verschiedene Faktoren wie etwa Länge des Erwerblebens, Veränderung der Steuersätze bei steigendem Einkommen und staatliche Leistungen wie Arbeitslosen-und Elterngeld berücksichtigt. Wer aus den Ergebnissen den Schluss zieht, möglichst viele Jahre in seiner Ausbildung anzusammeln, irrt jedoch: "Bummelstudenten verdienen nicht mehr als die anderen Studierenden", betonen die Studienautoren, "Sitzenbleiber nicht mehr als diejenigen, die ohne Wiederholung das Schulsystem durchlaufen."