Bildung von

Alternativen zur
klassischen Matura gefragt

Studie: Viele können herkömmlichen Schulbesuch mit ihren Zielen nicht vereinbaren

Maturanten absolvieren eine Prüfung. © Bild: APA/DPA/Tobias Kleinschmidt

Es muss nicht immer der klassische Bildungsweg sein: Wer ins Externistenwesen wechselt, legt vor allem Wert auf einen flexiblen Zeitplan, eine angenehme Atmosphäre und ein gutes Image der Schule, wie eine Studie des Marktforschungsinstituts "Marketagent.com" zeigt.

Wer mit dem öffentlichen Schulsystem nicht zurecht kommt und sich nach Alternativen umsieht, hat dafür triftige Gründe - die nicht zwingend mit schlechten Noten zu tun haben müssen. Oft reicht schon der Ärger über die Zentralmatura oder ambitionierte Karriereziele. Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts "Marketagent.com" im Auftrag der Maturaschule Dr. Roland gaben 63 Prozent der Befragten an, zum Zeitpunkt des Eintritts in die Maturaschule andere Interessen und berufliche Ziele gehabt zu haben, die mit dem Besuch einer herkömmlichen Schule nicht zu vereinbaren gewesen wären.

Matura als Voraussetzung für weiteren Weg

67,3 Prozent der Studienteilnehmer wählten die Alternative, um anschließend studieren zu können, 43,3 Prozent wollten sich weiterbilden, 36,8 Prozent ihre Chancen am Arbeitsmarkt erhöhen. Immerhin ein Fünftel der Befragten (17,5 Prozent) ist mit dem herkömmlichen Schulsystem nicht gut zurechtgekommen, ein weiteres Fünftel (17,5 Prozent) hat eine zeitlich flexible Schulalternative benötigt. Mitunter auch ein Grund für die Absolvierung einer Maturaschule: "Ich komme aus dem Ausland und meine Matura wurde mir in Österreich nicht angerechnet", so einer der Studienteilnehmer.

Auf die Frage, auf wessen Initiative hin man sich für den Besuch einer Maturaschule entschieden hat, antworteten 86,8 Prozent der Befragten mit „meine eigene“. Eltern (Mutter 13,4 Prozent, Vater 8,9 Prozent), Geschwister (3 Prozent) und Freunde (13 Prozent) folgen mit großem prozentuellem Abstand auf den weiteren Plätzen. Die Reaktionen aus dem persönlichen Umfeld auf den Besuch der Maturaschule waren ausschließlich (39,6 Prozent) bis mehrheitlich positiv (43,5 Prozent).

Flexibler Zeitplan als Vorteil

Vor allem der flexible Zeitplan, die angenehme Atmosphäre und das gute Image haben die Befragten laut Studie von der Alternative überzeugt.

84 Prozent der Umfrageteilnehmer waren mit der Maturaschule sehr bis eher zufrieden, 90 Prozent würden sich auch aus heutiger Sicht wieder für die Alternative entscheiden, über 90 Prozent würden die Schule weiterempfehlen. Besonders gelobt wird das kompetente Lehrpersonal. "Eine Schule kann nur so gut sein wie ihre Vortragenden. Als Privatschule können wir uns unsere Lehrkräfte frei aussuchen. Die Evaluierung erfolgt anhand der Prüfungsergebnisse: Gute Lehrkräfte sind nur solche, deren Schülerinnen und Schüler bei den externen Prüfungen erfolgreich sind", so Matthias Roland, Leiter der Maturaschule Dr. Roland. Ebenfalls positiv hervorgehoben werden die Fairness bei der Notenvergabe (50 Prozent), die Betreuung und Beratung (45 Prozent) allgemein, die Vermittlung des Lernstoffes und die Gestaltung des Unterrichts (43,7 Prozent), das Eingehen auf individuelle Anliegen und Bedürfnisse (42,4 Prozent) sowie die angenehme Lernatmosphäre (38,1 Prozent).

62 Prozent gaben an, dass ihnen die Externistenreifeprüfung berufliche Möglichkeiten eröffnet hat, die sie davor nicht hatten. Jeder zweite Befragte hat am Arbeitsmarkt durchwegs positive Erfahrungen mit seinem Maturaschul-Abschluss gesammelt. 52,7 Prozent der Studienteilnehmer ohne Abschluss erwarten sich nach Beendigung der Maturaschule große berufliche Chancen.

Kommentare