Bilder vom Herzen helfen nach Infarkt: Bildgebenden Verfahren fördern Therapie

PET und MRT unterstützen Arzt bei gezielter Heilung Neue Ansätze wollen einzelne Verfahren kombinieren

Bilder vom Herzen helfen nach Infarkt: Bildgebenden Verfahren fördern Therapie © Bild: APA/Harald Schneider

Nach einem Infarkt können Therapien mit Zellen und Eingriffe auf Ebene kleinster Teilchen dazu beitragen, das Herz wieder zu heilen. Der Erfolg einer solchen Behandlung lässt sich jetzt mit Bildern des geschädigten Gewebes sichtbar machen. Diese neuartigen bildgebenden Verfahren auf Basis der Zell- und Molekularbiologie sind einer der Schwerpunkte der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden.

Ursache einer Herzschwäche ist oft ein Herzinfarkt. In der Altersgruppe der über 65-Jährigen ist Herzinsuffizienz bei Frauen die zweithäufigste und bei Männern die vierthäufigste Todesursache: Oft pumpt das Herz nach einem Infarkt nicht mehr kräftig genug, um den Blutkreislauf aufrecht zu erhalten. "Deshalb ist es wichtig, die Heilung des Muskelgewebes nach dem Infarkt zu unterstützen", sagt Kardiologe Dr. Georg Ertl, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) aus Würzburg. Als Kongresspräsident hat er deshalb Bildgebung in der Inneren Medizin zum Thema des 114. Internistenkongresses gemacht.

Verschiedene Verfahren
Zellen aus dem Knochenmark tragen dazu bei, dass das Herz nach einem Infarkt heilt. Inwieweit eine solche Therapie erfolgreich ist, lässt sich mit Hilfe der Nuklearmedizin darstellen: Die sogenannte Positronenemissionstomographie (PET) zeigt auf dem Bildschirm stoffwechselaktive Zellen am Ort der Heilung an. Versuche mit radioaktiv markierten Stammzellen machen erkennbar, dass diese sich im beschädigten Gewebe des Herzens ansiedeln. "Das Verfahren ermöglicht es uns sogar, die Therapie unmittelbar zu verbessern", sagt Dr. Wolfgang Rudolf Bauer, Spezialist für kardiale Magnetresonanztomographie (MRT) aus Würzburg im Vorfeld des Kongresses. Denn anhand der neuartigen Bilder ist für den Arzt nachvollziehbar, wie er eine Therapie anpassen muss, damit ein noch größerer Anteil heilender Zellen zum geschädigten Muskel gelangt.

Heilungsprozess sichtbar machen
Darüber hinaus haben Forscher Methoden entwickelt, die an der Wundheilung beteiligte Prozesse anzeigen: Damit sich eine feste Narbe bildet, ist zum Beispiel ein Stoff, der sogenannte Faktor XIII, unerlässlich. Auch dieser lässt sich durch radioaktive Markierung abbilden. Mittels Magnetresonanztomographie (MRT) – ein bildgebendes Verfahren, das weiche Gewebe gut abbildet – verfolgen die Forscher außerdem den „programmierten Zelltod“ nach dem Herzinfarkt. Dieser Vorgang beeinflusst eine Herzschwäche maßgeblich. Zur Abbildung im MRT konstruierten die Wissenschaftler eigens künstliche Moleküle, mit denen sich ein sichtbarer Kontrast erzeugen lässt.

"Zwar hat jede Methode auch ihre Schwächen, vor allem aber auch ganz spezifische Stärken", so Professor Bauer. PET etwa ist hochempfindlich. MRT bildet die Lage im Körper besser ab. Gearbeitet werde daher daran, verschiedene Methoden zusammenzuführen. Diese "Fusionsbildgebung" soll ein noch besseres Abbild ergeben. "Moderne bildgebende Verfahren in Kombination mit der molekularen Medizin sind entscheidend für den Nachweis der Effizienz einer Therapie", fasst der Internist, Kardiologe und Physiker Professor Bauer zusammen. Neueste Methoden aus Molekularbiologie und Nuklearmedizin und ihren Beitrag zur Heilung des Herzmuskels wird Professor Bauer auf einem von ihm geleiteten Symposium am 31. März im Rahmen der 114. Jahrestagung der DGIM vorstellen.

Mehr zu diesem Thema auf der Seite www.dgim2008.de .