Big Brother-Skandal: Rassistin mit großer Mehrheit aus dem Container gevotet!

Sprecher sah dabei Sieg des Guten über das Böse Affäre wurde mittlerweile zu einer Staatssache

Die Zuschauer der britischen Sendung "Celebrity Big Brother" haben eine Teilnehmerin aus der Fernsehshow gewählt, die für das Mobbing der indischen Starschauspielerin Shilpa Shetty verantwortlich war. Gegen Jade Goody, die zusammen mit Shetty zum Rauswurf nominiert war, stimmten 82 Prozent der Zuschauer.

Goody hatte die indische Schauspielerin zusammen mit der ehemaligen Miss Großbritannien, Danielle Lloyd, und Ex-Popstar Jo O'Meara fast täglich gemobbt. Sie nannten Shetty unter anderem "Hündin" und fragten sie, ob sie in einer Hütte lebe, oft bis die Gemobbte in Tränen ausbrach. Shattys Sprecher Dale Bhagwagar nannte die Entscheidung der Zuschauer einen Sieg des Guten über das Böse.

"Die Abstimmung war nicht eine zwischen zwei Bewerbern um den Rauswurf. Es war ein klarer Wettbewerb zwischen Shilpa und Jade, zwischen Gut und Böse", sagte Bhagwagar. Die Abstimmung habe gezeigt, dass das Gute immer gewinnt, "wie in Bollywood-Filmen", fügte er hinzu. Goody zeigte sich nach ihrem Rauswurf reumütig. Sie habe sich verhalten wie ein Mensch, den sie selber nicht schätzen würde. "Ich bin keine Rassistin. Ich entschuldige mich ganz ehrlich bei jedem, den ich angegriffen habe", sagte sie in einem Interview nach dem Verlassen des "Big Brother"-Hauses.

Staatssache Big Brother
Der Rassismus-Skandal hatte zuvor auch die britische Regierung beschäftigt. Finanzminister Gordon Brown sah sich am Mittwoch auf der ersten Indien-Reise seiner Amtszeit gezwungen, die wüsten Angriffe auf die 31-jährige "Bollywood-Queen" als schädlich für das Image der Briten im Ausland zu verurteilen. Der indische Vize-Außenminister Anand Sharma erklärte, Neu Delhi prüfe derzeit die "angemessene Antwort". Das Parlament forderte Premierminister Tony Blair zu einer Stellungnahme zu den Exzessen in der Fernsehshow auf. Bei der Gesellschaft für Medienkontrolle Ofcom gingen allein bis zum Mittwochabend fast 20.000 Protestnoten ein - so viele wie noch nie zuvor in der Geschichte.

Shetty ist einer von neun Stars, die in London abgeschirmt in einem Haus leben und dabei rund um die Uhr von Kameras gefilmt werden. Die aus dem Haus gewählte Ex-"Big Brother"-Bewohnerin Jackiey Budden sagte dem Magazin "Now", sie würde Shetty gerne den Hals umdrehen, "bis ihr die Augen ausfallen". "Diese Inderin hätte in Bollywood bleiben sollen." "Big Brother" ist das populärste Programm des Senders Channel Four.

(apa/red)