Bierhoff zieht vor Finale positive Bilanz:
Minimalziel Viertelfinale weit übertroffen

"Wenn eine Finalteilnahme nicht reicht, was dann?" "Bergtour 2008" soll mit finalem Gipfelsturm enden

Bierhoff zieht vor Finale positive Bilanz:
Minimalziel Viertelfinale weit übertroffen © Bild: Reuters/Beier

Deutschlands Fußball-Teammanager Oliver Bierhoff hat schon unmittelbar nach dem gewonnenen EURO-Halbfinale gegen die Türkei (3:2) in Basel ein zufriedenes EM-Resümee gezogen. "Wenn die Finalteilnahme nicht für eine positive Bilanz reicht, was dann?", fragte der 40-Jährige. Das ausgegebene Minimalziel Viertelfinale haben die Deutschen schon bei weitem übertroffen, als Draufgabe soll die selbsternannte "Bergtour 2008" am Sonntag in Wien mit einem Gipfelsieg und dem vierten Europameistertitel zu Ende gehen.

Wegen des teuren Quartiers in Ascona ("Il Giardino") und der ständigen Flüge vom schweizerischen Tessin zu den Spielorten hatten sich Bierhoff und Co. immer wieder Kritik anhören müssen, umso mehr überwiegt nun die Freude. "Das ist eine Bestätigung unserer Arbeit und der gesamten Planung auch für dieses Turnier", sagte der Ex-Salzburg-Stürmer.

Tolle Stimmung im deutschen Teamcamp
Die Türken seien vom Trainingslager weggegangen, weil ihnen die Decke auf den Kopf gefallen ist. "Bei uns sagt der Lukas Podolski, 'jetzt gehen wir wieder nach Hause' und Miroslav Klose spricht von seiner zweiten Familie, wenn er über die Nationalmannschaft spricht", strich der ehemalige Serie-A-Torschützenkönig die tolle Stimmung im deutschen Lager hervor. "Das alles hilft natürlich."

Mit der Leistung seiner Mannschaft war Bierhoff allerdings nicht wirklich zufrieden. "Wir hatten von Anfang an Probleme, ins Spiel zu kommen. Es ist uns nicht gelungen, wie gegen die Portugiesen einmal Dampf zu machen, schnell zu spielen, aggressiv zu sein und die Türken zu stören", zog der Ex-Topstürmer ein durchwachsenes Resümee. Bierhoff hatte das ganze Spiel kein gutes Gefühl und nach den Treffern zum 1:1 und 2:1 die Hoffnung, dass "wir das Spiel besser unter Kontrolle bekommen. Aber es ist nicht so gewesen", sagte der Manager.

Bierhoff: "Wusste intuitiv, dass wir gewinnen"
Trotzdem überwiege schlussendlich das Positive. "Es ist ein gutes Zeichen, dass man das Spiel dann dennoch gewinnt, solche Situationen meistert. Das zeigt die Moral der Mannschaft", freute sich Bierhoff. Das DFB-Bindeglied zwischen Trainerstab, Mannschaft und Vorstand hatte nach dem 2:2 der Türken in der Schlussphase schon mit einer Verlängerung gerechnet. "Aber intuitiv wusste ich immer, dass wir gewinnen", betonte Bierhoff.

Auf der Suche nach einer Erklärung für die schwache Darbietung der DFB-Auswahl, die wieder an die Partien gegen Kroatien (1:2) und Österreich (1:0) erinnerte, wurde der 40-Jährige schnell fündig. "Die Erklärung ist für mich ein bisschen, dass sechs Tage Pause bei diesem Turnier keiner Mannschaft guttun. Das hat man ja auch bei den anderen Topmannschaften (Anm./Niederlande, Kroatien, Portugal) gesehen", so der Teammanager.

"Sind noch nicht am Ende des Weges"
Jedenfalls bestätigte die Leistung Bierhoff in seiner Meinung, "dass wir noch nicht am Ende des Weges sind". Die Mannschaft könne in Zukunft noch weiter wachsen. "Und das wird auch nach dem Turnier unsere Aufgabe sein", meinte der Teammanager. Die Deutschen treffen ab Herbst in der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika auf Liechtenstein, Finnland, Russland, Wales und Aserbaidschan.

Bundestrainer Joachim Löw hatte bereits vor dem Halbfinale die Konstanz der eigenen Mannschaft hervorgestrichen. "Wir sind die einzige Mannschaft, die bei der vergangenen WM und jetzt der EM unter den letzten vier war bzw. ist", so der 48-Jährige.

(apa/red)

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