Bienensterben von

"Volksverhetzung und Blutrausch"

Burgenländischer Funktionär entgleist verbal bei Attacke gegen Berlakovich-Kritiker

Eine Biene © Bild: APA/DPA/Rössler

Nach einer Äußerung zum Thema Bienensterben gibt es Kritik am Präsidenten der Landwirtschaftkammer (LK) Burgenland, Franz Stefan Hautzinger: Hautzinger hatte in einem Interview auf die Frage, ob Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich etwas falsch gemacht habe, unter anderem gemeint: "Vielleicht war es naiv zu glauben, dass nach den Lehren des Zweiten Weltkriegs und den heutigen Lippenbekenntnissen des 'Niemals wieder' eine derartige Volksverhetzung mit daraus resultierendem 'Blutrausch' in der österreichischen Demokratie noch möglich ist." SPÖ und Grüne verlangten daraufhin von Hautzinger eine Entschuldigung.

Das Interview wurde im Mitteilungsblatt der Landwirtschaftskammer Burgenland (Nr. 11/2013) veröffentlicht. Hautzinger vertrat dabei den Standpunkt, Berlakovich habe sich fachlich "überhaupt nichts zuschulden kommen lassen."

"Unglaubliche Wortmeldung"

Der Landwirtschaftskammerpräsident habe in dem Interview die aktuelle Bienendiskussion und Kritik an Minister Berlakovich mit Nazi-Massakern verglichen, erklärte LAbg. Michel Reimon von den burgenländischen Grünen in einer Aussendung. „Wäre das nicht Österreich, wäre Franz Hautzinger mit heutigem Tag rücktrittsreif“, so Reimon. Hautzinger solle sich deshalb "bei allen Opfern des NS-Regimes" und auch bei Umweltschutz-Organisationen entschuldigen.

Er sei "entsetzt über diese unglaubliche Wortmeldung des Landwirtschaftskammerpräsidenten. Der politische Anstand verlangt zumindest eine Entschuldigung Hautzingers“, stellte SP-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich fest. „Menschen, die sich für etwas einsetzen, mit Nazi-Schergen zu vergleichen ist geschmacklos und völlig unangebracht. Eine Entschuldigung bei den Imkern und Bio-Bauern, bei Medien und NGOs ist unumgänglich“, erklärte Hergovich.

Hautzinger weist Kritik zurück

Hautzinger wies die Kritik zurück: "Ich verwahre mich dagegen, mir vorwerfen zu lassen, dass ich NGOs mit Nazis vergleiche. Davon möchte ich mich komplett distanzieren. Das lasse ich nicht gelten", sagte der Landwirtschaftskammerpräsident auf APA-Anfrage.

Er habe den Eindruck, dass die NGOs keine sachliche Diskussion zulassen würden, obwohl der Minister versucht habe, sachlich zu informieren, meinte Hautzinger. "Als Bauernvertreter macht mich das besorgt." Sein Vorwurf an die NGOs sei, "dass das zu einseitig betrachtet wird. Mir geht es um die Balance", meinte Hautzinger.

Das Bienensterben habe auch mit der Varroa-Milbe zu tun und damit, dass es zu wenig Gesundheitsdienst für die Bienen gebe. Als Bauernvertreter müsse man vielleicht manchmal "ein bisschen heftiger formulieren" - aber ihm vorzuwerfen, dass er NGOs mit Nazis vergleiche, "das ist absurd", meinte Hautzinger.

Kommentare

wo sind jetzt die roten und grünen poster um sich darüber lustig zu machen? oder schreien wir nur wenn es sich um asylanten oder ähnliches pack handelt? jaja, nur wenn es sich nicht um brave schmarotzer handelt wird alles laut

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