Gefährdet? von

Warum man (noch) nicht
um die Bienen bangen muss

Meldung über gefährdete Art löste in den USA Aufregung aus - doch es gibt Entwarnung

Biene im Flug © Bild: Shutterstock.com/Protasov AN

In den USA stehen Bienen nun zum ersten Mal auf der Liste der bedrohten Tierarten - allerdings nur eine bestimmte Art, die auf Hawaii lebt. Den restlichen US-Bienen geht es eigentlich ganz gut und das trifft auch auf die europäische Verwandtschaft zu.

Auf der roten Liste

Die Meldung, dass in den USA eine spezielle Bienenart bedroht ist, hat zunächst für Aufregung gesorgt. Dabei ist in der Bekanntgabe des "United States Fish and Wildlife Service" - einer US-Behörde zur Erhaltung der Natur und Artenvielfalt - nicht die Rede von der Honigbiene. Diese versorgt uns nicht nur mit der klebrigen Süßigkeit, sondern ist auch für die Landwirtschaft essentiell. Rund ein Drittel der menschlichen Nahrung hängt direkt oder indirekt von der Bestäubungsleistung der Bienen ab.

Umso wichtiger ist es, genau hinzuschauen, wenn es um die Gefährdung von Bienenarten oder die Bienensterblichkeitsrate geht. Insgesamt sieben Arten der hawaiianisch gelbgesichtigen Biene sind laut Behörde gefährdet. Diese Bienenarten bestäuben vor allem einige auf Hawaii heimische Pflanzenarten. Die Weltnaturschutzunion IUCN listet ebenfalls einige bedrohte oder stark bedrohte Bienenarten auf, wobei diese vorwiegend zur Gattung der Hummeln (Apidae) gehören.

Ist die Honigbiene gefährdet?

Insgesamt muss man sich um die Bienenpopulation noch keine Sorgen machen. In den USA gab es laut dem Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten im Jahr 2015 rund 2,66 Millionen honigproduzierende Bienenvölker, im Jahr 2014, einem der stärksten Jahre seit langem, waren es 2,74 Millionen. Ein Forscher des Ministeriums teilte gegenüber der Zeitung "Washington Post" mit, dass die Honigbiene so schnell nicht aussterben wird. Er befürchtet aber, dass sich angesichts der hohen Kosten, die eine Bienenzucht verursachen kann, immer weniger Imker finden werden.

Und wie sieht die Situation in Europa aus? Eine epidemiologische Studie der EU (2012 - 2014) hat zwei Jahre lang die Sterblichkeitsrate von Honigbienenvölkern untersucht. Dabei konnte innerhalb des Untersuchungszeitraums der Trend beobachtet werden, dass Bienenkrankheiten wie die Amerikanische Faulbrut oder die Europäische Faulbrut rückläufig waren. Generell schwankt die Sterblichkeitsrate von Jahr zu Jahr. Außerdem konnten regionale Unterschiede festgestellt werden. Die Wintersterblichkeitsrate hängt laut Studie vor allem vom Klima ab beziehungsweise, ob es sich um einen langen und kalten Winter (wie 2012 - 2013) handelt oder um einen kürzeren und milderen (wie 2013 - 2014). Zwei Jahre sind laut Experten zwar zu wenig, um einen eindeutigen Trend in Bezug auf die Bienensterblichkeit abzulesen. Es konnten aber auch keine akuten Verluste festgestellt werden.

Die Dachorganisation "Biene Österreich" erhebt seit einigen Jahren die Winterverluste von Bienen in Österreich. Dabei wird ersichtlich, dass die Werte - ähnlich wie jene der europäischen Studie - von Jahr zu Jahr teils stark schwanken können (Konfidenzintervall*). 2016 liegen Daten zu 23.418 eingewinterten Bienenvölkern vor. Von diesen haben laut "Biene Österreich" 1.896 (8,1 Prozent) den Winter nicht überlebt oder hatten Königinnenprobleme. Das ist einer der niedrigsten Werte der letzten Jahre. Als Grund dafür werden die günstigen Witterungsbedingungen vermutet.

Das Bienensterben gilt dennoch weiterhin gut zu beobachten, von einer gefährdeten Honigbiene kann aber noch nicht die Rede sein.

Kommentare

Henry Knuddi

die USA meinen die 2-beinigen bienen :)

prig101055
prig101055 melden

Als Imker von 10 - 15 Bienenvölkern weise ich darauf hin, daß diese Zahlen nicht viel aussagen. Würde ich meine Bienen nicht gleich nach dem Abschleudern nicht gleich gegen die Varroa behandeln, wären gleich fast alle Völker dahin. Der Rest würde den Winter garantiert nicht überleben. Das gleiche sagen mir alle Imker die ich kenne. Wenn da nicht Feuer am Dach ist, dann weiß ich nicht, wann dann!

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Die Menschen die Ahnung haben werden auch nicht gefragt. Da sitzt jemand hinterm Sessel, der vom Vortag einen Hängen hat, frazt in die Statisik und interpretiert das politische Wohlwollen in den Bericht. Wen wundert es dann=?

Henry Knuddi
Henry Knuddi melden

der wissende streikt oder ist verstummt - die anderen sind verdummt

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