Biathlon von

Die Sportwelt verneigt sich
vor Ole Einar Björndalen

Norweger ist nach Staffelgold der erfolgreichste Winter-Olympionike aller Zeiten

Ole Einar Björndalen jubelt mit seiner Goldmedaille bei Olympia © Bild: Quinn Rooney/Getty Images

Ole Einar Björndalen ist mit 40 der älteste unter den Biathleten, doch die Zahl seiner Medaillen übertrifft die seiner Lebensjahre noch bei weitem. Der Norweger hält bei 52 Stück Edelmetall, am Mittwoch holte er mit der Mixed-Staffel schon seine achte Olympia-Goldmedaille, und mit zusätzlich viermal Silber und einmal Bronze ist er nun der erfolgreichste Sportler der Geschichte bei Winterspielen.

Zu den 13 Olympia-Medaillen des Superstars - er übertraf seinen Landsmann Björn Dählie (8/4/0), holte bei vier aufeinanderfolgenden Winterspielen Gold - kommen nicht weniger als 39 bei Weltmeisterschaften (19/11/9). Die Premiere gelang mit Silber und Bronze schon 1997, bei 15 weiteren Titelkämpfen stand der sechsfache Weltcup-Gesamtsieger ebenfalls jeweils auf dem Podest.

Sein siebentes und vor Sotschi letztes Gold hatte der am 27. Jänner 1974 in Drammen geborene Björndalen in Vancouver mit der Staffel geholt, diesmal wollte er sich nicht nur auf die Hilfe seiner Teamkollegen verlassen. Gleich im ersten Bewerb in Krasnaja Poljana eroberte er den Sieg im Sprintbewerb, nur 1,3 Sekunden vor dem Tiroler Dominik Landertinger.

Erleichterung nach schwierigen Jahren

Es war eine Erlösung für den Norsker mit Wohnsitz in Obertilliach in Osttirol, für den es davor sportlich und privat nicht gut gelaufen war. "Ich hatte zwei sehr schwierige Jahre, sportlich und auch privat", sagte Björndalen, dessen Ehe mit der Südtirolerin Nathalie Santer in Brüche gegangen war. "Ich habe mich die letzten zwei Jahre nicht optimal vorbereiten können. Diesmal ist es sehr gut gegangen. Jeder Tag war fast optimal. Ich fühle mich ziemlich stark."

Ole Einar Bjoerndalen vor dem Hintergrund einer Bergkette
© Lars Baron/Getty Images Bjoerndalen ist am Gipfel angekommen

Björndalen gelingt es perfekt, sich auf ein Ziel zu fokussieren. "Ich bin sehr motiviert. Ich habe große Lust zu gewinnen, große Lust mich zu verbessern", betonte der Gewinner von 94 Weltcuprennen (davon eines im Langlauf). Erfolgsgeheimnis habe er keines. "Ich trainiere sehr hart, und ich glaube, ich bin im Kopf nicht viel älter als die Jungen und habe einen guten Körper. Ich habe Glück, glaube ich. Ich habe gute Eltern, und die haben gute Arbeit geleistet."

Dass er den Erfolg mit der Mixed-Staffel geschafft habe, mache ihn besonders stolz, betonte Björndalen am Mittwoch. Die historische Dimension werde er aber erst nach den Winterspielen erkennen. "Es ist großartig. Ich habe mir das nie so vorgestellt, das war immer ein Traum. Es ist ein schönes Gefühl, aber während Olympia ist es schwer zu realisieren, dass man das geschafft hat."

»Wir schulden ihm alle Dank«

Die Konkurrenten sprechen nur mit Hochachtung von Björndalen. "Er ist ein Profi, der unserem Sport geholfen hat, sich weiterzuentwickeln", erklärte der frühere französische Star Raphael Poiree. "Und er ist ein Perfektionist, der nie aufgehört hat, zu lernen." Sein Teamkollege Emil Hegle Svendsen (28) meinte, alle Norweger hätten von Björndalen profitiert. "Wir schulden ihm alle großen Dank. Und wir können von ihm so viel lernen, sein Professionalismus ist bemerkenswert."

Für den aktuellen Weltcup-Spitzenreiter Martin Fourcade (25) war Björndalen ein Idol. "Ich weiß noch, wie stolz ich war, als er mir zu meinem Weltcupsieg in Oslo gratuliert hat", sagte der zweifache Olympiasieger von Sotschi und hob dessen Motivation hervor. "Die Zeit und die große Zahl seiner Erfolge scheint keinen Einfluss zu haben, er ist immer noch hungrig wie ein junger Wolf. Er erfindet sich selbst immer wieder neu, darum bewundere ich ihn so sehr."

Alle Ergebnisse, Termine und die Medaillenentscheidungen LIVE im Olympia-Center von NEWS.AT!

Und hier geht's zur mobilen Version des NEWS.AT-Olympia-Centers!

Kommentare