Slowenien von

Biathlon: 1. ÖSV-Damen-Weltcupsieg

Innerhofer erstmals in Top 20 - 23-Jährige in Loipe und am Schießstand stark

Katharina Innerhofer: Sieg © Bild: GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber

Österreichs Biathlon hat am Donnerstag in den Sprint-Rennen in Pokljuka seinen zweiten Weltcup-Saisonsieg gefeiert, aber nicht im 10-km-Bewerb der Herren. Denn die Salzburgerin Katharina Innerhofer sorgte sensationell für den ersten Erfolg auf großer Bühne für die österreichischen Damen überhaupt. Nach fehlerfreier Schussleistung gewann sie nach 7,5 km 9,2 Sekunden vor der Russin Darja Wirolaynen.

Bei schwierigen Windbedingungen halfen Innerhofer offenbar gute Erinnerungen an ihren Vorjahresauftritt im slowenischen Ski-Ort. "Ich habe im letzten Jahr beim Alpencup in Pokljuka erstmals in meiner Karriere Null-Null geschossen", sagte die 23-Jährige im Siegerinterview. "Heute ist mir dies zum zweiten Mal gelungen." Dabei war sie bisher noch nicht einmal in die Top 20 gekommen, Platz 22 heuer am 10. Jänner im Ruhpolding-Einzel war das Optimum.

Mit Startnummer 18 hatte die Aktive vom SC Maria Alm früh die letztlich für die Konkurrenz unerreichbare Messlatte gelegt. Wirolaynen war mit Nummer 86 gestartet, danach war der Triumph Innerhofers Perfekt. "Ich war heuer nach dem Liegendschießen schon öfter auf Top-Ten-Kurs", sprach sie ihre schon davor gute Verfassung an. Nun machte sich auch das Risiko bezahlt. "Heute habe ich stehend einfach durchgezogen und es ist aufgegangen."

Topleistung in der Loipe

Dazu kam eine Topleistung in der Loipe, das war mitentscheidend. Denn Wirolaynen und die mit 12,1 Sekunden Rückstand auf Rang drei gelandete Weißrussin Nadeschda Skardino kamen auch ohne Strafrunde durch. Innerhofer: "Läuferisch habe ich mich von Beginn an gut gefühlt, ich hatte aber auch superschnelle Ski. Die letzte Runde war extrem hart, aber ich bin durchgekommen. Das Ergebnis ist natürlich ein Wahnsinn, ich kann es noch gar nicht glauben."

Innerhofer nicht chancenlos

Innerhofer geht nun am Samstag um 13.25 Uhr als Nummer eins in die 10 km lange Verfolgung, auch in diesem Bewerb ist sie natürlich nicht chancenlos. Vorerst hat sie sich jedenfalls im Weltcup von Platz 50 auf 39 vorgearbeitet. Im Februar hatte die 1,66 m große Athletin ihre Olympia-Premiere gefeiert, war im Einzel 28. und im Sprint 76. geworden. Außerdem erreichte sie noch Platz neun mit der Mixed-Staffel.

Mit dabei war da auch Lisa Theresa Hauser. Die 20-Jährige hatte schon 2012 und 2013 je zwei Junioren-WM-Medaillen geholt und legte erst am Mittwoch in Presque Isle in den USA mit Einzel-Silber nach. Am Tag davor hatte sich die 18-jährige Salzburgerin Julia Schwaiger in der Jugendklasse sogar Gold geholt. Iris Schwabl hatte einst auch zwei Junioren-WM-Medaillen geholt, die 26-Jährige verpasste am Donnerstag als 61. (2/+2:53,9) die Verfolgung hauchdünn.

Bisher beste ÖSV-Weltcup-Platzierung bei den Damen war ein fünfter Platz von Brigitte Weisleitner im Einzelbewerb von Osrblie 1996 gewesen. Pokljuka bot sich für eine neue Topleistung an, scheint es doch ein guter Boden für Österreicher zu sein. Denn der Steirer Christoph Sumann hat dort drei seiner sechs Weltcupsiege gefeiert, beim Kärntner Daniel Mesotitsch war es einer von drei.

Kommentare