Biathleten verpassen Medaillen ganz knapp:
ÖSV-Athlet Sumann erobert die "Blecherne"

Mesotitsch belegte Platz fünf, Landertinger auf Rang 7 Olympia-Gold geht ganz klar an den Russen Ustjugow

Biathleten verpassen Medaillen ganz knapp:
ÖSV-Athlet Sumann erobert die "Blecherne" © Bild: APA/EPA/Schmidt

Österreichs Biathleten halten vor dem abschließenden Staffelbewerb der XXI. Olympischen Winterspiele weiter bei einer Silbermedaille. Wie in den Rennen zuvor mischten sie am Sonntag im 15-km-Massenstart-Bewerb in Whistler erneut an der Spitze mit, im Ziel blieben aber "nur" die Plätze vier und fünf durch Christoph Sumann (+25,9/1 Strafrunde) und Daniel Mesotitsch (30,2/3). Gold sicherte sich der Russe Jewgenij Ustjugow dank fehlerfreiem Schießen 10,5 Sekunden vor dem Franzosen Martin Fourcade (3) und 16,6 vor dem Slowaken Pavol Hurajt (0). Sumann trennten 9,3 Sekunden von Edelmetall.

Im vierten Biathlon-Bewerb holten sich jene Athleten die Lorbeeren ab, die zuvor leer ausgegangen waren. Russen und Franzosen hatten in Whistler bisher nicht die Leistungen wie zuvor im Weltcup zu zeigen vermocht. Sumann schaffte seinen vierten Top-12-Platz, er darf sich immerhin mit Edelmetall aus der Verfolgung trösten.

Sumann vom Pech verfolgt
Am Sonntag lag der 34-jährige Steirer nach einem Fehler im zweiten Schießen um Rang zehn, zwei fehlerfreie Schießeinlagen im stehenden Anschlag katapultierten ihn auf Rang drei. Doch läuferisch stieß der Vize-Weltmeister diesmal an seine Grenzen, die bisherigen Strapazen und vor allem eine Verkühlung bremsten ihn. "Wäre es ein Weltcup-Rennen gewesen, wäre ich gar nicht gestartet. Ein vierter Platz bei Olympia ist natürlich undankbar. Hätte ich noch keine Medaille, hätte ich mich in den Hintern gebissen", meinte Sumann.

Beim dritten Schießen hatte sich auch noch der Gummi von der Visiereinrichtung gelöst ("Das kommt zirka alle drei Millionen Lichtjahre einmal vor, ich habe nichts gesehen"), Sumann verlor wertvolle Zeit, rund 20 Sekunden, und stürzte dann auch noch. So gab es diesmal keine Aufholjagd auf den drittplatzierten Außenseiter Hurajt, der im 20-km-Einzelbewerb Fünfter gewesen war. Ustjugow schaffte drei Tage nach Rang vier sogar den Sprung auf die oberste Stufe des Podests. Dort wollen auch die ÖSV-"Skijäger" in Whistler noch stehen. Der Staffelbewerb am Freitag gilt als große Chance.

Mesotitsch nicht treffsicher
Mesotitsch lief nach nur einem Fehler (liegend) in einer fünfköpfigen Spitzengruppe als Erster zum letzten Mal an den Schießstand - die Chance auf die insgesamt dritte österreichische Biathlon-Olympiamedaille war intakt. Beim ersten Stehend-Anschlag hatte er mit zwei Randtreffern noch Glück. "Hoffentlich hat er das nicht aufgebraucht", meinte Trainer Reinhard Gösweiner - und das traf leider zu. Denn von den letzten fünf Schüssen verfehlten zwei, der erste und der dritte Schuss, die 50 Meter entfernte kleine schwarze Scheibe.

"Es waren einfach Unkonzentriertheiten, die gefehlt haben. So eine Chance bekommt man leider nicht oft, ohne diese zwei Fehler wäre Gold möglich gewesen", ärgerte sich der 33-jährige Kärntner. "Ich war heute in einer Traumform, läuferisch war das wahrscheinlich mein bestes Rennen in dieser Saison. Es war der Finger, an dem wir heute gescheitert sind."

Auch Landertinger scheitert am Schießen
Dominik Landertinger, mit Halsweh angetreten, lieferte erneut eine Topleistung im Laufen, scheiterte aber wieder am Schießen. Als regierender Weltmeister begann der 21-jährige Tiroler mit einem Fehler, drei weitere folgten. Dennoch rettete Landertinger den siebenten Platz mit nur 34 Sekunden Rückstand - fast 90 Sekunden hatte er in der Strafrunde verbraucht. "Die Leistung war super, mit einem Fehler weniger wäre ich dabei gewesen, aber es wollte nicht sein", nahm es der Hochfilzener nach außen hin gelassen. "Ich bin noch jung. Vielleicht war es für etwas gut, dass ich hier keine Einzelmedaille gemacht habe. Das starke Teamergebnis stimmt uns für die Staffel zuversichtlich."

Schnellschütze Simon Eder scheiterte im stehenden Anschlag und musste sich nach drei Top-11-Rängen mit dem 25. Platz (1:54 zurück) begnügen. Liegend hatte der 26-jährige Salzburger alle Ziele perfekt getroffen, und war in der ersten Rennhälfte immer ganz im Vorderfeld platziert. Doch stehend traf der Saalfeldener von den zehn Scheiben nur noch sechs - so wie nach den vorangegangenen Rennen, in denen er allerdings sehr knapp gescheitert war, musste er eine Enttäuschung hinnehmen. (apa/red)