Biathleten gehen über 20 km leer aus: Österreicher ohne Chance auf Medaillen

Schlechte Schussleistungen bei Sumann und Co. Gold geht an den jungen Norweger Svendsen

Biathleten gehen über 20 km leer aus: Österreicher ohne Chance auf Medaillen © Bild: APA/Techt

Zwei Tage nach dem Gewinn von Silber durch Christoph Sumann in der Verfolgung haben Österreichs Biathleten im 20-km-Einzelbewerb die Medaillenränge knapp verfehlt. Simon Eder belegte in Whistler als bester Österreicher mit zwei Strafminuten und 1:19,2 Minuten Rückstand den sechsten Platz. Das war neuerlich ein Fehlschuss zu viel für den Vierten der Verfolgungskonkurrenz. Mit drei Mann unter den ersten neun war das ÖSV-Team mannschaftlich aber enorm stark. Norwegen gelang im Biathlon-Stadion das Double. Emil Hegle Svendsen tat es Tora Berger gleich und eroberte seine erste Olympia-Goldmedaille.

Der dreifache Weltmeister Svendsen verzeichnete beim 19. der 20 Schüsse seinen einzigen Fehler und setzte sich 9,5 Sekunden vor den ex aequo auf Platz zwei liegenden Ole Einar Björndalen (NOR/2 Strafminuten) und Sergej Nowikow (BLR/fehlerfrei) durch. Der 24-jährige Svendsen hatte beim zweiten Schießen die Führung übernommen und holte nach Silber im Sprint sein zweites Edelmetall. Nowikow kam trotz fehlerfreier Schießleistung im Finish nicht mehr heran. Der schneller laufende Superstar Björndalen scheiterte je einmal im stehenden Anschlag - er hat aber noch zwei weitere Chancen auf seine sechste Olympia-Goldmedaille.

Eder hatte sich nach zwei Enttäuschungen neu motiviert, den Frust über verpatzte Rennen in Sprint (11.) und Verfolgung (4.) abgeschüttelt. Doch es wollte wieder nicht sein - für den 26-jährigen Salzburger war mit zwei Fehlschüssen das Podest außer Reichweite. "Ich fühle mich hier am Schießstand gut, aber ich hätte einfach ein- oder zweimal öfter treffen müssen. Heute ist es an mir gelegen", sagte Eder, dem einmal eine Hülse in den Diopter (Zieleinrichtung) gefallen war.

Sumann verschießt im Stehen
Sumann leistete sich alle seine drei Fehler im stehenden Anschlag, da war nicht mehr möglich als der achte Platz mit 1;42 Minuten Rückstand. Läuferisch brauchte sich der Steirer nichts vorzuwerfen (er führte nach dem ersten Schießen), kam aber mit dem Wind am Schießstand nicht zurecht. "Stehend habe ich Wind gehabt von rechts nach links, das vertrage ich gar nicht. Es war ein bisschen zu wenig Spannung, ein bisschen zu lasch, das ist ärgerlich", meinte der 34-jährige Steirer, für den aber der in Kanada fixierte Sieg im Disziplin-Weltcup eine schöne Entschädigung war. Den Durchfall hat er überwunden, dafür ist der Vize-Weltmeister vor dem Massenstartrennen am Samstag etwas verkühlt.

Unmittelbar hinter ihm klassierte sich Daniel Mesotitsch an der neunten Stelle, nach zwei Fehlern stehend hatte er 2:09 Minuten Rückstand. "Ich hätte heute Null schießen müssen für eine Medaille", wusste der 33-jährige Kärntner. Für Dominik Landertinger waren vier Fehlschüsse zuviel. Trotz neuerlich starker Laufleistung war als 23. kein Platz in den Top 20 möglich. "Ich habe um jeden Schuss gekämpft, mein Bestes gegeben, aber mich hat's ein wenig beim Schießen", erklärte der Massenstart-Weltmeister, dessen Lieblingsbewerb am Samstag auf dem Programm steht.

(apa/red)