Bhutto- Witwer gewinnt Wahl in Pakistan:
30 Todesopfer bei Anschlag im Nordwesten

Selbstmordattentat gegen die Provinzversammlung Europäische Kommission begrüßt Ausgang der Wahl

Bhutto- Witwer gewinnt Wahl in Pakistan:
30 Todesopfer bei Anschlag im Nordwesten © Bild: EPA

Der amtierende Vorsitzende der regierenden Pakistanischen Volkspartei, Asif Ali Zardari, hat die Präsidentenwahl in Pakistan gewonnen. Wie mehrere pakistanische Medien übereinstimmend berichteten, erhielt der Witwer der ermordeten früheren Regierungschefin Benazir Bhutto eine deutliche Mehrheit der Stimmen in der Wahlversammlung der Abgeordneten.

Zardari galt als Favorit für die Nachfolge von Pervez Musharraf, der vor knapp drei Wochen als Staatsoberhaupt zurückgetreten war. Zardari hatte ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn eingeleitet. In der Bevölkerung ist der Bhutto-Witwer wegen seiner Korruptionsaffären freilich umstritten und unbeliebt.

Anschlag im Nordwesten
Überschattet wurde die Wahl von einem Anschlag im Nordwesten des Landes. Bei einem Selbstmordattentat sind mindestens 30 Menschen getötet worden. Rund 70 seien verletzt worden, teilte die Polizei der Provinz mit. "Die Zahl der Toten kann sich weiter erhöhen, da noch viele unter den Trümmern der umliegenden Häuser liegen", sagte er. Der Attentäter hat einen mit Sprengstoff beladenen Wagen in eine Polizeistation gelenkt. Sein eigentliches Ziel sei aber wahrscheinlich die Provinzversammlung gewesen, in der über den neuen Präsidenten des Landes abgestimmt wurde, hieß es.

Die Europäische Kommission hat die Wahl begrüßt. EU-Kommissionspräsident Barroso sagte in Brüssel: "Ich vertraue darauf, dass die Regierung unter Ihrer Präsidentschaft die geeigneten Maßnahmen ergreifen wird, um die Herausforderungen im Bereich von Wirtschaft und Sicherheit zu meistern." Die EU-Kommission werde dafür weiter mit Pakistan zusammenarbeiten.
(apa/red)