Leben von

Scheiden tut weh

Zehn Wege, mit dem unfreiwilligen Ende einer langjährigen Beziehung umzugehen

Paar in der Krise © Bild: Thinkstock/Brand X Pictures

Aus. Schluss. Vorbei. Nichts geht mehr. Sie haben um Ihre Beziehung gekämpft, doch es hat nichts gebracht. Noch schlimmer: Ihr Partner hat entschieden, dass er nicht mehr weitermachen möchte. Ein Paartherapeut erklärt, wie Sie sich nun am besten verhalten.

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Man hat sich ewige Treue geschworen und nun ist alles vorbei. Das Ende einer Beziehung ist selten schön. Noch dazu, wenn vielleicht nur einer von beiden die Trennung möchte. Wenn alle Rettungsversuche gescheitert sind, fängt eine schwierige Zeit an. Doch der österreichische Partnertherapeut Dr. Rüdiger Opelt rät: "Aus Angst vor den Scheidungsfolgen im Unglück zu verharren geht auch nicht. Besser, man geht mit seinen Ängsten um und trägt die Konflikte aus, bis wieder Ruhe einkehrt." In seinem Ratgeber "Müde Ehe - Scheiden oder Bleiben? Lieben oder Lassen?" gibt er Tipps, wie man sich in der Trennungszeit verhalten sollte.

1. Drehen Sie nicht durch, wenn Ihr Partner von Scheidung spricht. Erstens würde es Ihnen später leid tun und außerdem könnte es im Extremfall auch vor Gericht gegen Sie verwendet werden. Fragen Sie lieber nach den Gründen, reden Sie mit Freunden und ziehen Sie sich zurück, bis der erste Schreck vorbei ist.

2. Überlegen Sie, ob Sie den Partner noch halten wollen und können. Wenn ja, dann versuchen Sie alles, um die Scheidungsgründe aus dem Weg zu räumen.

3. Wenn alles nichts mehr hilft, akzeptieren Sie die Trennung als Faktum - aber auch als Chance für Sie selbst! Sie dürfen neu beginnen, sich neu verlieben. In einigen Jahren sind Sie unter Umständen dankbar für diesen Neustart.

4. Lasten Sie nicht die gesamte Schuld auf Ihren Schultern. Wenn eine Liebe stirbt, dann hat dies meist vielfache Gründe.

5. Sehen Sie das Ende der Beziehung nicht als Scheitern, sondern eben als Ende, das zum Leben gehört. Solange Ihre Ehe dauerte, hatte sie einen Sinn. Was Sie gemeinsam aufgebaut haben, verschwindet nicht.

6. Machen Sie nicht alles schlecht, was war. Damit schneiden Sie sich nur ins eigene Fleisch.

7. Übernehmen Sie Verantwortung für die Grenzen Ihrer Beziehung. Bei manchen Wünschen Ihres Partners konnten und wollten Sie nicht mitmachen. Das ist Ihr gutes Recht, aber eben auch der Grund, dass sich Ihre Wege nun trennen.

8. Zerstören Sie nichts aus Rache oder Wut, vor allem nicht das Verhältnis zu den Kindern und den gemeinsamen Besitz. Wenn Ihr(e) Ex dies tut, machen Sie ihm/ihr klar, dass er/sie dabei nur selbst verliert.

9. Suchen Sie einen erfahrenen Scheidungsanwalt Ihres Vertrauens, um nicht aus Unwissenheit in juristische Fallen zu tappen.

10. Machen Sie ein Selbsterfahrungsseminar, um zur Ruhe zu kommen und die Gründe der Trennung zu begreifen. Auch eine gemeinsame Scheidungstherapie ist eine Möglichkeit, um Aggressionen in geordnete Bahnen zu lenken und trotzdem vernünftige Vereinbarungen zu treffen.

Cover "Müde Ehe"
© Kneipp Verlag

Mehr zum Thema und einen umfassenden Beziehungstest finden Sie in "Müde Ehe - Scheiden oder bleiben? Lieben oder lassen?" von Rüdiger Opelt, erschienen im Kneipp Verlag, 17,99 €

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