Bewegung im Steyr-Panzer-Deal: Prag will
zwei Fahrzeuge testen und kauft weniger

Sollten Tests gut ausfallen, Kauf von 107 Fahrzeugen

Das tschechische Verteidigungsministerium und die Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeuge (SSF) haben in Prag ein "Verständigungs-Memorandum" zum umstrittenen Panzerdeal unterzeichnet. Wie berichtet hatte Prag im Dezember die Lieferung von "Pandur II"-Radpanzern wegen angeblicher Qualitätsmängel storniert. Das Dokument sieht nun vor, dass zwei Fahrzeuge "unabhängigen Tests" unterzogen werden. Sollten die Tests gut ausfallen, werde das tschechische Verteidigungsministerium die Panzer doch kaufen, allerdings nur 107 Fahrzeuge.

Der ursprüngliche stornierte Vertrag sah die Beschaffung von 199 Fahrzeugen vor. Gerüchten zufolge könnte das österreichische Bundesheer die überzähligen 92 Panzer ordern, um Arbeitsplätze in Wien abzusichern.

Tests in Sternberk?
Der stellvertretende tschechische Verteidigungsminister Martin Bartak sagte, die Tests könnten "im Horizont von Wochen" beginnen. Laut früheren Medienberichten könnten die Pandur-Tests in dem tschechischen militärischen Servicebetrieb in Sternberk durchgeführt werden.

Die tschechische Verteidigungsministerin Vlasta Parkanova hatte im März erklärt, dass man im Falle einer Vereinbarung die Panzerwagen in sechs Ausführungen bestellen werde. Der Preis für ein Fahrzeug soll derselbe bleiben, wie er in dem stornierten Vertrag vereinbart war. Da die Zahl der Panzer jedoch fast halbiert werden soll, werde auch der Gesamtpreis des Auftrages um beinahe die Hälfte niedriger ausfallen. Die Lieferung der Fahrzeuge soll dann noch bis Ende dieses Jahres erfolgen, da die tschechische Armee die Panzer schon 2009 in ihren Auslandsmissionen einsetzen will.

(apa/red)