Bewegung im Gaspoker zwischen Moskau & Kiew: Putin geht Vereinbarung mit EU ein

Grundlagen für eine Beobachterkommission gelegt Gespräche zwischen Putin, Merkel und Topolanek

Bewegung im Gaspoker zwischen Moskau & Kiew: Putin geht Vereinbarung mit EU ein

Im Gasstreit zwischen Moskau und Kiew gibt es offensichtlich wieder Bewegung: Der amtierende EU-Ratspräsident und tschechische Regierungschef Topolanek und sein russischer Amtskollege Putin vereinbarten die Bedingungen für die Entsendung einer Beobachtungskommission an "allen Orten, die für den Gasfluss relevant sind". Das teilte die tschechische EU-Ratspräsidentschaft mit.

"Die Entsendung der Beobachter sollte dazu führen, dass unterbrochene russische Gaslieferungen in die EU-Staaten wieder aufgenommen werden", hieß es in der Erklärung. Topolanek habe sowohl mit Putin als auch mit der deutschen Bundeskanzlerin Merkel telefoniert.

Gazprom-Chef Alexej Miller hatte zuvor erklärt: "Unsere Vereinbarung mit der EU lautet, dass sobald die Beobachter in der Ukraine im Einsatz sind und Zugang zu den Gastransportkapazitäten erhalten, werden wir die Lieferungen an die EU wieder aufnehmen." Dieser Mission sollten Miller zufolge Vertreter der russischen und der ukrainischen Regierung sowie mehrerer europäischer Energiekonzerne angehören.

Die Ukraine akzeptierte zunächst aber nur die Entsendung von EU-Beobachtern. Russland hatte darauf den konkreten EU-Vorschlag zur Entsendung europäischer Beobachter abgelehnt. Nun dürfte der Konflikt beigelegt sein.

Dutzende europäischer Staaten - darunter Österreich - sind weiterhin von russischem Gas, das über die Ukraine Richtung Westen fließt, abgeschnitten. Sehr schwierig war die Lage in Südosteuropa, da hier viele Staaten fast zu 100 Prozent von den Gaslieferungen abhängig sind.

(apa/red)