Betrunkener rast in Festgemeinde: Ein
Toter und 16 Verletzte bei Unfall im Elsass

Ministerin fordert für Täter "exemplarische Strafe"

Betrunkener rast in Festgemeinde: Ein
Toter und 16 Verletzte bei Unfall im Elsass

Bei einem Dorffest im Elsass ist ein betrunkener Mann mit seinem Wagen in die Menge der Festgäste gerast und hat dabei 17 Menschen verletzt, von denen einer den Verletzungen erlag. Bei dem Toten handle es sich um einen 21-jährigen Mann, teilte das Innenministerium in Paris mit. Augenzeugen zufolge war der 24-jährige Fahrer angetrunken, als er sein Auto gegen 03.00 Uhr in Berrwiller bei Mühlhausen offenbar aus Verärgerung über einen Verweis des Ordnungsdienstes in die Menschenmenge steuerte.

Unter den Verletzten waren noch zwei weitere, die lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Krankenhausmitarbeiter in Colmar und Straßburg äußerten sich nur sehr zurückhaltend zu ihren Überlebenschancen. Der Fahrer und sein 18-jähriger Beifahrer wurden festgenommen. Innenministerin Michele Alliot-Marie brachte in einer Erklärung ihre Anteilnahme mit den Opfern zum Ausdruck und forderte für den Täter eine "exemplarische Strafe".

Augenzeugen zufolge steuerte der aus Mühlhausen stammende Fahrer seinen roten Peugeot 205 zweimal mit voller Absicht in die Menge. Nach der ersten Attacke sei das Fahrzeug etwa fünf Minuten später zurückgekehrt und mit sechzig bis siebzig Stundenkilometern erneut in eine Menge von etwa 20 Menschen gerast, die das Fest in einem Zelt auf dem Gelände des örtlichen Fußballvereins gerade verlassen hatten. "Er hat nicht gebremst, er hat beschleunigt, und er hat auf alles gezielt, was sich bewegte", erinnerte sich ein junger Mann unter Schock.

Menschen seien durch die Luft geschleudert worden, sagte Feuerwehr-Chef François Meyer. Der Fahrer sei vor der Tat von Ordnungskräften vom Festgelände verwiesen worden, weil er "alle provoziert" habe. Andere Zeugen berichteten, der Täter habe die Menge kurz vor der Attacke beschimpft. Zur Versorgung und zum Transport der Verletzten eilten nach Feuerwehrangaben zwei Hubschrauber sowie 67 Feuerwehrleute und rund zwei Dutzend Sanitäter und Ärzte an den Unglücksort.

Der Unfallfahrer wurde nach seiner Festnahme wenige Kilometer von Berrwiller entfernt in ein Krankenhaus gebracht. Unbekannte zündeten das Tatfahrzeug den Angaben zufolge später an.

(apa/red)