Betrugsfall Madoff schlägt höhere Wellen: Heimische Investoren von Skandal betroffen

Laut Notenbank zittern Privatanleger um 350 Mio. € Steven Spielberg zählt zu den prominenten Opfern

Betrugsfall Madoff schlägt höhere Wellen: Heimische Investoren von Skandal betroffen

Dem größten Finanzbetrug in den USA rund um den Vermögensverwalter Madoff sind auch Investoren aus Österreich aufgesessen, Privatanleger zittern nach Daten der Notenbank um 350 Mio. Euro. Der Schaden dürfte aber auch weitaus höher sein, weil offen ist, wie viele institutionelle Investoren oder Ausländer zeichneten und was Banken in den Büchern haben. Die US-Aufsichtsbehörden stehen in der Kritik.

Die Fondsgesellschaft von UniCredit/Bank Austria, Pioneer, hat mittlerweile ihre Anwälte aktiviert, die die Interessen der Anleger in den USA wahren sollen. Dass Schadenersatzklagen gegen Madoff Aussicht auf Erfolg haben werden, gilt als mehr als ungewiss. Vom angeblichen Vermögen dürfte kaum etwas für die um viele Milliarden weltweit Betroffenen überbleiben.

Typische Kleinanleger sind auch in Österreich nicht unter den Opfern, zumal man bei den Primeo-Fonds erst ab einer Stückelung von 50.000 Euro einsteigen konnte. In der österreichischen Fondsbranche, die inmitten der schwersten Finanzkrise seit mindestens 50 Jahren "in der Auslage" steht, ist man entsetzt über den neuen Betrugsskandal.

Bank Medici betroffen
Die von dem Skandal betroffenen und von der Bank Medici aufgelegten Herald-Funds sind seit Freitag geschlossen. Auch bei einem Totalausfall werde das Wiener Finanzhaus heuer schwarze Zahlen schreiben. Die Bank Medici selbst habe Herald-Fonds gekauft, allerdings "viel viel weniger" als die verbleibenden 7 Prozent, die nicht ins Ausland gingen.

Indes werden Zweifel an den US-Aufsichtsbehörden laut. Analysten hätten in den vergangenen Jahren mehrfach Bedenken wegen der Geschäftspraktiken des bestens in der US-Finanzwirtschaft vernetzten früheren Nasdaq-Verwaltungsratschefs geäußert, berichtete die "Washington Post". Die SEC habe bis vergangene Woche jedoch nicht einmal eine Routineuntersuchung durchgeführt.
(apa/red)