Betrugs-Causa: AMIS-Vertriebspartner erheben jetzt Vorwürfe gegen die FMA

Geschädigte: Indizien für Geldwäsche gefunden?

In der Betrugs-Causa um den Wiener Wertpapierdienstleister AMIS erheben nun ehemalige Vertriebspartner Vorwürfe gegen die Finanzmarktaufsicht. Das berichtet die "ZIB2" des ORF am Montag. Die Kontrolle der FMA habe versagt, das Unternehmen sei "schlampig" geprüft worden, so die Kritik. Geschädigte haben laut ORF auch Indizien gefunden, dass hinter AMIS auch Geldwäsche stecke.

Vom Schadensfall AMIS sind rund 10.000 österreichische und etwa 6.000 deutsche Anleger mit einer Gesamtanlagesumme von 120 bis 150 Mio. Euro betroffen. Von diesen Anlegergeldern sind rund 70 Mio. Euro verschwunden. Gegen die Verantwortlichen wird wegen des Verdachts auf schweren gewerbsmäßigen Betrug ermittelt.

Die zwei Geschäftsführer von AMIS sitzen laut ORF-Bericht inzwischen in Untersuchungshaft. Ehemalige Vertriebspartner hätten nun herausgefunden, dass das Geld der Anleger auf einer Privatbank in Luxemburg zwischengeparkt worden sei. Die Sella-Bank spiele laut Anwalt Petsche von der Kanzlei, die 70 ehemalige AMIS- Vertriebspartner vertritt, eine zentrale Rolle.

"Die Depotbank hat Gelder der Kunden verwaltet, aber diese nicht an AMIS-Kunden ausgezahlt, sondern Gelder an Nicht-Kunden, konkret an dubiose Postkastenfirmen in Liechtenstein und Luxemburg überwiesen", wird Petsche im Bericht zitiert. "Geld, also sämtlich Aktiva der Fonds, sind längst in Händen von Zwangsliquidatoren, man kooperiert mit den Luxemburger Behörden... wobei die Bank sich nicht als Depotbank sieht", so die Stellungnahme der Sella Bank dazu.

Petsche kritisiert laut Bericht die FMA, weil diese Warnsignale aus Luxemburg missachtet habe: "Luxemburg hat den Handel mit AMIS Produkten schon 2004 untersagt, die Finanzmarktaufsicht in Österreich hat ihn dennoch weiter erlaubt. Man hat einfach nicht reagiert." Die FMA weist die erhobenen Vorwürfe laut Bericht entschieden zurück.

(apa)