"Betroffen sind vor allem die Ärmsten": Über 2.000 Tote nach Zyklon in Bangladesch!

Viele Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten BILDER: Zyklon zog Spur der Zerstörung durchs Land

"Betroffen sind vor allem die Ärmsten": Über 2.000 Tote nach Zyklon in Bangladesch!

Nach dem verheerenden Zyklon "Sidr" in Bangladesch ist die Zahl der Todesopfer deutlich gestiegen. Nach Angaben der Behörden wurden bis jetzt 2.185 Leichen gefunden. Hilfsorganisationen rechnen mit bis zu 3.000 Toten, denn viele Dörfer konnten noch nicht erreicht werden. Hunderte Menschen werden noch vermisst.

Mehr als 5.000 Bewohner der am schlimmsten betroffenen Küstenregion im Süden des Landes seien verletzt worden. Der Wirbelsturm hatte mit Spitzengeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern eine Schneise der Verwüstung geschlagen.

Tausende Soldaten und zivile Helfer suchten nach weiteren Überlebenden und versuchten, in die von der Außenwelt abgeschnittenen Regionen vorzudringen. Viele Straßen sind nicht befahrbar, Telefon- und Stromleitungen wurden zerstört. Hunderttausende Menschen sind obdachlos. Für die kommenden Tage sagten Meteorologen schwere Regenfälle für das Katastrophengebiet voraus.

Die meisten Todesopfer gab es den Angaben zufolge im Küstenbezirk Patuakhali-Barisal. Dort seien bisher 450 Tote gefunden wurden, darunter zahlreiche Kinder, sagte ein Sprecher des nationalen Flutwarnzentrums. Auch in der knapp 200 Kilometer von der Küste entfernten Hauptstadt Dhaka seien durch den Sturm elf Menschen ums Leben gekommen.

Mindestens 80.000 Häuser seien beschädigt worden, die Hälfte davon sei komplett zerstört, sagte Peter Rottach von der Diakonie Katastrophenhilfe. "Betroffen sind vor allem die Ärmsten der Armen." Denn deren Häuser stünden vor den Deichen in der von vielen Flüssen durchzogenen Region. "Es sind meistens Hütten aus Lehm, Plastikplanen, Brettern und Stroh. Die hat der Sturm fast völlig weggerissen", sagte Rottach der dpa. Überdies habe der Zyklon diesen Menschen ihre Einkommensgrundlage genommen. Viele der Armen lebten vom Fischfang oder der Landarbeit. Doch "Sidr" habe Fischerboote versenkt und die kurz vor der Ernte stehenden Reisfelder zerstört.

Unterdessen ist die internationale Hilfe angelaufen. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) begann mit der Verteilung erster Notrationen. Insgesamt seien genügend energiereiche Kekse ins Katastrophengebiet gebracht worden, um 400.000 Menschen für drei Tage ernähren zu können, teilte das WFP mit.

(apa/red)