Betriebsverbot für Atommeiler: Schwedens Akw Forsmark von Inspektoren geschlossen

Vorläufige Verbote für 2 Reaktoren, Frist für Dritten Akw setzte 3 Jahre lang unbemerkt Radioaktivität frei

Die schwedische Atominspektion SKI hat nun auch Block 2 des von Schwierigkeiten geplagten Atomkraftwerks Forsmark ein vorläufiges Betriebsverbot erteilt. Weiters bekam die Kraftwerksleitung für Block 3 eine Frist bis Monatsende gesetzt, einen eingehenden Prüfungsbericht vorzulegen. Bereits vergangenen Juli hatte sich in Forsmark ein ernstzunehmender Zwischenfall ereignet.

Vor einigen Wochen war in Block 1 des AKWs Forsmark eine fehlerhafte Gummidichtung entdeckt worden. Daraufhin ist dieser abgeschaltet worden und darf vorerst nicht wieder in Betrieb gehen. Block 2 hätte in dieser Woche wieder gestartet werden sollen.

Ebenfalls wurde bekannt, dass aus Block 1 drei Jahre lang unbemerkt Radioaktivität ausgetreten war. Grund für das unbemerkte Strahlungsleck war laut dem Bericht eine kaputte Dichtung bei der Messanlage.

Ein Experte des schwedischen Strahlenschutz-Instituts meinte, die Angelegenheit sei "beunruhigend". Obwohl die erhöhte Strahlung vermutlich niemals die erlaubten Grenzwerte überschritten habe, sei das Problem jenes, dass ein undichtes System so lange unbemerkt bleiben kann.

Der Zwischenfall vom 25. Juli 2006, der allgemein als ernst eingestufter Zwischenfall verstanden wird, hätte im schlimmsten Fall zu einer Kernschmelze führen können. Forsmark eins und zwei standen bereits damals zwei Monate still.

Grundsätzlich ist man in Schweden, basierend auf einer Volksabstimmung von 1980, nach wie vor für den langfristigen Ausstieg aus der Atomkraft. Vorerst sollen die alten Anlagen aber leistungssteigernd umgebaut werden.
(apa/red)