Bestzeit im ersten Training: Gruber bringt
sich in Abfahrt vorerst in die Pole Position

"Ich wollte zeigen, dass ich gut zurecht komme" In ÖSV-Quali aber vorsichtig: "Gebranntes Kind"

Bestzeit im ersten Training: Gruber bringt
sich in Abfahrt vorerst in die Pole Position

Christoph Gruber hat sich im ersten WM-Abfahrts-Training in die Pole Position der ÖSV-Qualifikation gebracht. Der Tiroler fuhr zwar im Gegensatz zum Großteil des Feldes auch über den Zielsprung annähernd Vollgas, dennoch hat ihn seine Bestzeit von 2:10,82 Minuten im Kampf um ein Ticket sicher einen großen Schritt nach vorne gebracht. Und Gruber war auch bis zur aussagekräftigeren letzten Zwischenzeit am schnellsten gewesen.

"Ich habe probiert, einen ordentlichen Lauf abzuliefern. Und ich wollte zeigen, dass ich mit dem neuen Material gut zurecht komme", berichtete Gruber, der kurz vor den WM einen Materialwechsel von Fischer zu Head vollzogen hatte. Und der Materialpoker scheint sich auszuzahlen. "Das Gefühl war heute so gut wie schon lange nicht."

Vor allem die sonst so heikle Schuhfrage scheint Gruber in Zusammenarbeit mit Head sehr rasch geklärt zu haben. "Der Schuh braucht normal am meisten Gewöhnungszeit. Aber er passt mir jetzt schon besser als der vorige." Dass Gruber nun bereits das vierte Ticket nach Michael Walchhofer, Klaus Kröll und Hermann Maier (falls fit) in der Tasche habe, wollte er keinesfalls behaupten.

"Bin ein gebranntes Kind"
"Ich bin in diesen Sachen vorsichtig, ich bin ein gebranntes Kind. Zu weit aus dem Fenster lehne ich mich ganz sicher nicht", so Gruber, der bereits mehrfach bei Großereignissen in der teaminternen Quali auf der Strecke geblieben ist. Am meisten wehgetan habe ihm seine Ausbootung bei der WM 2005 in Bormio. Sein diesmal größter Rivale Georg Streitberger kam wegen eines Torfehlers nicht in die Wertung. Für Freitag ist das zweite Training geplant, das könnte jedoch dem angesagten Schlechtwetter zum Opfer fallen.

Deshalb hat sich auch Michael Walchhofer bereits am Donnerstag dem Limit ein wenig näher gewagt und hinter Gruber Rang zwei belegt. "Ich wollte schauen, was möglich ist, habe mir aber auch noch genug Reserven gelassen", meinte der Salzburger, der nach dem ersten Kennenlernen der WM-Strecke positiv gestimmt war: "Ich habe auch hier einen Grund-Speed. Ich habe mich nicht außerordentlich anstrengen müssen, um schnell zu sein."

(apa/red)